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1.000 Teilnehmer beim CSD in Bautzen und 700 Gegendemonstranten

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Die Lausitz hat einen der größten Umzüge zum Christopher Street Day erlebt. 1.000 Menschen zogen nach Schätzung der Polizei am Nachmittag durch Bautzen. Abschluss fand der CSD mit einer Kundgebung auf dem Postplatz. Zu einer Gegendemonstration kamen laut Polizei knapp 700 Teilnehmer zusammen. Sie protestierten gegen den CSD – unter dem Motto: „Gegen Genderpropaganda und Identitätsverwirrung“. Die rechtsextreme Kleinstpartei „Freie Sachsen“ rückte mit rund 30 Teilnehmern an.

Die Polizei zog ein positives Fazit: Der von rechtsextremen Protesten begleitet Umzug sei ohne gravierende Zwischenfälle zu Ende gegangen. „Es gab keine größeren Ausschreitungen oder Übergriffe“, sagte Polizeisprecherin Anja Leuschner. Die Strategie der Polizei, die beiden Gruppen konsequent zu trennen, sei aufgegangen. Festnahmen habe es nach ersten Erkenntnissen nicht gegeben. Die CSD-Teilnehmer „konnten ihren Aufzug und die Kundgebung friedlich und störungsfrei absolvieren“, hieß es in einer Abschlussmeldung. 

14 Strafverfahren und sieben Ordnungswidrigkeitsverfahren wurden aufgenommen. Dabei ging es z.B. in einem Fall um Körperverletzung, in zweien um Volksverhetzung und in einem um das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen. Außerdem seien 16 Platzverweise erteilt worden. Beamte stellten bei den rechten Demonstranten Sturmhauben sicher. Auch seien Bengalos abgebrannt und offenbar „ausländerfeindliche Parolen“ gesungen worden. Bei einer CSD-Zwischenkundgebung sollen zwei Männer getreten worden sein, einer von ihnen habe kritisch über die Veranstaltung berichten wollen. 

CSD-Mitorganisator Jonas Löschau zog dennoch ein positives Fazit: „Das war ein unglaublich tolles und wichtiges Zeichen, das wir da gesetzt haben.“ Er freue sich über den großen Zulauf. Dass die Demo trotz der Gegenproteste ohne größere Zwischenfälle verlaufen sei, das sei der guten Vorbereitung und der Polizei zu verdanken. 

Die für den Abend angekündigte  Abschlussparty wurde kurzerhand von den Veranstaltern abgesagt.  Sie sehen die Sicherheit der Teilnehmer gefährdet.