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1.500 Bombardier-Beschäftigte sollen freiwillig gehen

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 Bombardier wird bis 2020 bis zu 2.200 Arbeitsplätze in Deutschland streichen. Davon sind  rund ein Drittel Leiharbeiterstellen. Das gab heute der Konzern nach dem Abschluss der Verhandlungen mit dem Betriebsrat und der IG Metall bekannt. Die  Verhandlungen über die Neuausrichtung des Unternehmens in Deutschland seien abgeschlossen.

Alle Seiten haben sich auf ein Freiwilligenprogramm verständigt. Es beinhaltet den Personalabbau von maximal rund 1.500 Beschäftigten. Bis Ende 2019 werden aber an den Standorten Görlitz, Bautzen und Hennigsdorf keine betriebsbedingten Kündigungen ausgesprochen.

Am Bombardier-Standort Bautzen erfolgt künftig die Serienfertigung kompletter Züge, Straßenbahnen und U-Bahnen. Hennigsdorf bleibt Forschungs- und Entwicklungszentrum, gibt die Serienfertigung jedoch an Bautzen ab. Görlitz behält den Wagenrohbau für Züge. Künftig sollen dort auch die Wagenkästen von Straßenbahnen gefertigt werden. Weder Unternehmen noch Arbeitnehmervertreter wollten konkrete Zahlen dazu nennen, wie viele Arbeitnehmer schließlich an welchem Standort gehen müssen.

Zum Freiwilligenprogramm sagte Olivier Höbel, IG Metall Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen: "Es war angesichts der wirtschaftlichen Lage der Bombardier Transportation Deutschland nicht zu vermeiden, wird aber unter dem Aspekt der Freiwilligkeit sozialverträglich umgesetzt". Den nun beginnenden Umbauprozess wollen  Gesamtbetriebsrat und Gewerkschaft "sehr eng" begleiten.

Bombardier-Deutschland sieht sich nun gut gerüstet für die Zukunft. Deutschlandchef Michael Fohrer nannte drei Punkte: "Die Umsetzung unserer Plattformstrategie durch höhere Produktstandardisierung, die Spezialisierung unserer Standorte mit klarer Zuweisung von Kompetenzen sowie Investitionen in die Digitalisierung". Damit werde Bombardier in Deutschland deutlich effizienter und damit wettbewerbsfähiger.

Das Werk Bautzen soll Fohrer zufolge „das Aushängeschild der modernsten Serienfertigung“ werden. Dort würden 30 Millionen Euro investiert.   In Görlitz sollen acht Millionen Euro investiert werden.Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig  zeigte sich erleichtert: „Bombardier zeigt, dass Görlitz und Bautzen zum Unternehmen gehören. Dieses Bekenntnis zu Sachsen war bei allen Gesprächen in den vergangenen Monaten unser Ziel“, sagte er. Es sei ein „sehr verantwortungsvoller Plan“, der zwischen Arbeitnehmern und -gebern ausgehandelt worden sei.

Audio:

Reporter Knut-Michael Kunoth im Gespräch mit Rene Straube, dem Betriebsratsvorsitzenden im Görlitzer Bombardierwerk