23.000 Menschen bei Demos in Dresden
Eine Woche nach dem Verbot einer Pegida-Demonstration wegen einer Terrordrohung von Islamisten ist das islamkritische Bündnis am Sonntag in Dresden zu seiner 13. Kundgebung zusammengekommen. Erneut großer Zulauf bei Pegida und GegenprotestenTausende Anhänger versammelten sich auf dem Theaterplatz vor der Semperoper. Nur wenige Dutzend Meter entfernt demonstrierte das Bündnis "Dresden für Alle" für eine weltoffene Stadt. Die Polizei war nach eigenen Angaben mit rund 1.600 Beamten im Einsatz. Wie ein Polizeisprecher unserem Sender sagte, sei es auf der Augustusbrücke zu einer Auseinandersetzung gekommen. Einzelheiten dazu liegen noch nicht vor. Ansonsten seien keine größeren Vorkommnisse zu verzeichnen, so Sprecher Marko Laske. Die Pegida-Organisatoren schätzten, dass etwa 25.000 auf den Theaterplatz kamen. Die Polizei sprach abschließend von 17.300 Teilnehmern bei Pegida und 5000 Gegendemonstranten.Pegida-Sprecherin Kathrin Oertel wurde nach ihrer Rede unter Polizeischutz vom Theaterplatz begleitet. Die Redner auf der Pegida-Bühne kritisierten u.a. das Freihandelsabkommen TTIP, die Maut oder die EU-Finanzpolitik. Legida und Pegida hätten zudem ihre Differenzen beigelegt und wollten wieder an einem Strang ziehen, hieß es.Erste Demo nach Bachmann-RücktrittEs war die erste Kundgebung in Dresden nach dem Rücktritt des Pegida-Gründers Lutz Bachmann. Er hatte am vergangenen Mittwoch alle Ämter bei Pegida niedergelegt, nachdem ein Selfie mit "Hitler-Bärtchen" und Facebook-Posts von ihm mit menschenverachtenden Bezeichnungen für Ausländer veröffentlicht worden waren. Die Staatsanwaltschaft Dresdenermittelt wegen des Verdachts der Volksverhetzung gegen den 41-Jährigen. Montag Konzert gegen FremdenfeindlichkeitAm Montag startet das große Konzert für Weltoffenheit auf dem Neumarkt. Mit dabei sind unter anderem Sarah Connor, Adel Tawil, Herbert Grönemeyer und Silly.