40 Prozent der Oberlausitzer Umgebindehäuser noch unsaniert
Der Investitonsbedarf zur Rettung der Oberlausitzer Umgebindehäuser ist weiter hoch. Von den knapp 6.500 Gebäuden sind noch 40 Prozent unsaniert. Sachsen stellt jährlich eine halbe Million Euro bereit. Im Jahr werden 50 bis 60 Förderanträge bei der Stiftung Umgebindehaus eingereicht.
Die Stiftung Umgebindehaus kann aus dem eigenen Kapital nur noch wenige Projekte fördern. Grund ist die anhaltende Null-Zins-Politik. Mit den Zinserträgen aus dem Stiftungskapital konnten vor zehn Jahren noch bis zu acht Kleinprojekte von Umgebindehaus-Besitzern in der Oberlausitz unterstützt werden. Nun stehen nur noch rund 3.000 Euro zur Verfügung, so Geschäftsstellenleiter Arnd Matthes. Das reiche für lediglich zwei Vorhaben, so z.B. für die Restaurierung einer barocken Haustür.In die Förderung fließen auch Spenden ein.
Das älteste noch existierende Umgebindehaus in der Oberlausitz steht an der Oststraße in Ebersbach-Neugersdorf. Das Gebäude mit dem Reetdach wurde 1603 errichtet. Sein Besitzer hat es saniert.
In der Oberlausitz gibt es fast 20.000 Umgebindehäuser. Davon sind rund 6.000 als Denkmal geschützt. 100 Gebäude stehen leer. Die Ursprünge der Volksbauweise reichen bis ins 15. Jahrhundert zurück. Markantes Element ist eine hölzerne Stützkonstruktion, die Obergeschoss und Dach trägt.