48 Tatverdächtige zu Ausschreitungen in Heidenau ermittelt
Die Dresdner Polizei hat knapp vier Monate nach den Ausschreitungen vor dem ehemaligen Praktiker-Baumarkt in Heidenau 48 Tatverdächtige ermittelt. 55 Strafverfahren laufen, u.a. wegen Volksverhetzung, schweren Landfriedensbruch, gefährlicher Körperverletzung, sowie Verstößen gegen das Versammlungs- und Sprengstoffgesetz. 25 Verfahren wurden bereits der Staatsanwaltschaft übergeben, teilte ein Polizeisprecher mit. 20 Verdächtige müssen sich auf Post von der Staatsanwaltschaft einstellen. Die Dresdner Polizei wehrt sich mit dieser Bilanz gegen Vorwürfe, bei gewalttätigen Demonstrationen nicht schnell genug durchzugreifen.In Heidenau waren in zwei Nächten in Folge Polizisten attackiert worden, es kam zu schweren Ausschreitungen, die weltweit für Schlagzeilen sorgten. 31 Beamte wurden verletzt. Auch Kanzlerin Merkel und Ministerpräsident Tillich kamen daraufhin nach Heidenau.Polizei wehrt sich gegen VorwürfeNach Polizeieinsätzen wird der Polizei regelmäßig unterstellt, ihre Aufgaben nicht hinreichend wahrzunehmen und keine Strafverfolgung zu betreiben, heißt es in einer Pressemitteilung der Dresdner Polizei: Vermeintliche Indizien sind in erster Linie die geringe Zahl von vorläufigen Festnahmen am Einsatztag und das scheinbare Fehlen sogenannter „Sofortmaßnahmen“ durch Einsatzkräfte vor Ort.Dieser Rückschluss ist falsch! Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Ein aktueller Beleg sind beispielsweise die polizeilichen Ermittlungsergebnisse im Zusammenhang mit Straftaten an der Heidenauer Erstaufnahmeeinrichtung seit dem 19. August.Zuletzt hatte das Bündnis "Herz statt Hetze" Vorwürfe gegen die Polizei erhoben, da beim Pegida-Jahrestag in Dresden eine Gruppe Rechtsextremer unbehelligt durch die Stadt ziehen konnte und dabei Ausländer, Gegendemonstranten und Polizisten angriff.