Lausitz greift nach den Sternen
Landkreis Bautzen und SSG-Kreisverband übergeben Unterstützungsschreiben an das Projektteam der Technischen Universität Dresden
Die Bewerbung der Lausitz um das geplante Einstein Telescope erhält breite Unterstützung aus dem Landkreis Bautzen. Alle 57 Städte und Gemeinden des Landkreises stellen sich hinter das europäische Forschungsprojekt. Bei der Bürgermeisterkonferenz des SSG-Kreisverbandes Bautzen in Königsbrück haben der Landkreis Bautzen und der SSG-Kreisverband heute die gesammelten Unterstützungsschreiben an das STARK-Projektteam „Einstein Telescope Lausitz“ der Technischen Universität Dresden übergeben.
Damit setzen Landkreis und Kommunen ein gemeinsames Zeichen für die Bewerbung. Sollte die Lausitz den Zuschlag erhalten, wäre der Landkreis Bautzen zentraler Standort des Einstein Telescope. Bis zu 300 Arbeitsplätze könnten durch das Projekt entstehen.
Auch Heiko Driesnack, Bürgermeister von Königsbrück und Vorsitzender des SSG-Kreisverbandes Bautzen, betont die Geschlossenheit der Kommunen. Dass alle 57 Städte und Gemeinden die Bewerbung unterstützen, sei ein deutliches Signal. Das Projekt könne neue Chancen für die Lausitz und Ostdeutschland eröffnen.
Das Einstein Telescope soll künftig Gravitationswellen erforschen. Geplant ist ein unterirdisches Observatorium, mit dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Vorgänge im Universum mit bisher nicht erreichter Genauigkeit untersuchen wollen. Bei einer Realisierung in der Lausitz könnte die Region zu einem internationalen Zentrum der Gravitationswellenforschung werden.
Für den Standort Lausitz sprechen nach Angaben des Projektteams unter anderem die geologischen Bedingungen, geringe seismische Störungen und die vorhandene technische Kompetenz in der Region. Neben der Lausitz bewirbt sich auch ein Standort im Dreiländereck zwischen Deutschland, Belgien und den Niederlanden um das Großforschungsprojekt.
Die Entscheidung über den künftigen Standort soll auf Grundlage wissenschaftlicher, technischer und wirtschaftlicher Kriterien getroffen werden. Auch die politische und gesellschaftliche Unterstützung vor Ort ist Bestandteil der Bewerbung.
