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Abhörsicher und gebührenfrei - der Flüsterbogen in Görlitz

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Der Görlitzer Untermarkt. Ein Platz inmitten der Altstadt. Das Rathaus dominiert das historische Gebäudeensemble. Auf der Nordseite, Am Untermarkt 22, befindet sich ein Portal, eher unscheinbar: Der Flüsterbogen. Eine Toreinfahrt, erbaut im 16. Jahrhundert. Sie führt in eines der historischen Hallenhäuser. 

Görlitz biete sicherlich schönere Portale, aber diese Portal sei ein besonderes, so Stadtwächter Gunnar Buchwald.

 „Denn wenn man sich auf der einen Seite hinaufschwingt, erreicht man die  Stelle. Und wenn man dann dort hineinflüstert, wird das geflüsterte Wort von der einen Seite bis auf die andere Seite getragen, und derjenige, der auf der anderen Seite lauscht, wird alles verstehen können, was der auf der anderen Seite zu flüstern hat. Der Görlitzer Flüsterbogen ist noch heute abhörsicher und gebührenfrei.“ 

Wenn einer also an einem Ende des Bogens etwas hineinflüstert,  kann der andere am anderen Ende  jedes Wort glasklar verstehen. Der Stein leitet den Schall an der Bogenrundung entlang.

Liebende sollen sich am Görlitzer Flüsterbogen ewige Treue geschworen oder Komplimente ausgetauscht haben. 

 „Achtet jedoch darauf, wenn ihr euch auf dieser Seite hinaufschwingen wollt, greift nie und nimmer dem Gaffkopf ins Gesichte! Denn beim näheren Betrachten dürfte es euch auffallen, dem seine Zunge hängt in der eigenen Nase drin – und das dürfte ein bisschen eklig sein, wenn man dort mit den Fingern noch drin rumwurstelt.“ 

Die Akustik des Görlitzer Flüsterbogens   basiert auf einem physikalischen Phänomen, das in der Physik als Whispering-Gallery-Effekt. So funktioniert es übrigens auch in der großen Kuppel der St. Paul’s Cathedral in London.

Audio:

Knut-Michael Kunoth

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