Acht Jahre Gefängnis für Altenpflegerin aus Boxberg
Acht Jahre Gefängnis für Altenpflegerin aus Boxberg! Das Landgericht Görlitz hat die 32-Jährige wegen versuchten Mordes und des schweren Raubes schuldig gesprochen. Sie hatte eine 85-jährige Görlitzerin mit einer Schnur bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt und ihr drei Portemonnaies mit rund 300 Euro geraubt. Die Altenpflegerin räumte zu Prozessbeginn die Tat ein. Als Gründe nannte sie Verzweiflung und Geldnot. Mit dem Strafmaß von acht Jahren ging die Schwurgerichtskammer über die Forderung der Anklage hinaus. Oberstaatsanwalt Sebastian Matthieu hatte fünf Jahre und drei Monate verlangt. Dagegen plädierte die Verteidigerin für eine Freiheitsstrafe von nicht über drei Jahren.
Die Verurteilte hatte bis 2015 beim ASB eine Ausbildung zur Altenpflegerin gemacht, danach aber alles hingeworfen, weil sie sie sich mit ihrem Ex-Freund überworfen hatte. Sie kannte ihr Opfer aus ihrer ASB-Zeit, hatte es zweimal wöchentlich betreut.
Als sie an jenem Tag im Oktober 2016 bei der Rentnerin klingelte, schöpfte die alte Dame keinen Verdacht. Die Pflegerin hatte sich einen ASB-Kittel übergezogen. Sie gab vor, dass sie die Dokumentationsmappen abholen komme. Beide unterhielten sich ein wenig. Dann bat die Angeklagte um ein Glas Wasser. Auf dem Rückweg aus der Küche ergriff sie eine Schnur, schlich sich an die in einem Sessel sitzende Rentnerin an und drosselte sie bis zur Bewusstlosigkeit. Danach zündete sie einen Zeitungsstapel an, machte das Feuer aber gleich wieder aus. Mit den drei Portemonnaies aus dem Wohnzimmerschrank verließ sie die Wohnung. Das Opfer überlebte schwer verletzt.
N ach der Tat kaufte die Pflegerin ihrem Hund einen Hamburger und sich einen Kaffee. Danach übernachtete sie in ihrem Auto auf einem Parkplatz in Görlitz. Am nächsten Tag fuhr sie zurück zu ihrer Schwiegermutter nach Boxberg.
Das heute verkündete Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Verteidigung und Staatsanwaltschaft können binnen einer Woche Revision einlegen.