Acht Jahre Gefängnis für Totschläger aus Weißwasser

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Die Tat hatte weit über Weißwasser hinaus für Aufsehen gesorgt.  Im Sommer vergangenen Jahres wurde in einer Wohnung an der Gartenstraße ein blutüberströmter Mann gefunden – ein Toter. Den Polizisten bot sich ein grausiges Bild: Überall Blut – auch an der Zimmerdecke. Der Täter stellte sich wenig später der Polizei gestellt, nachdem er an über 14 Autos in Weißwasser die Reifen zerstochen hatte.  Heute fiel das Urteil.

Angeklagt war Mord, herausgekommen ist Totschlag: Acht Jahre – so das Urteil. Das Landgericht Görlitz ordnete außerdem ein Entzugstherapie für den drogen- und alkoholabhängigen Mann aus Weißwasser an. Der 26-Jährige hatte auf einen Bekannten mit einem Messer eingestochen und einem Hammer eingeschlagen.

Die Tat geschah an einem Augustabend im vergangenen Jahr. Beide hatten tief in die Flasche geschaut. Dann wollten sie sich noch einen Film („Indiana Jones“) anschauen. Nach den ersten Szenen schlief der Gastgeber ein. Als  der 38-Jährige erwachte, soll er seinen Gast  angegriffen haben.  Daraufhin ging der Angeklagte mit einem Messer, dann mit einem Hammer  auf ihn los, bis er tot war. Ein Gutachter schilderte detailliert, was er am Tatort vorfand. Auf die Einzelheiten verzichten wir aus Pietätsgründen.

Dennoch war es in den Augen der Richter kein Mord. Zum Vorsatz für die Tat müsse ein schulderschwerendes Merkmal kommen, so der Vorsitzende der Kammer, Theo Dahm.  Grausamkeit z.B., so wie es die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklage formuliert hatte. Das Gericht sah aber keine Anhaltspunkte dafür, dass der Angeklagte sein Opfer lange leiden sehen wollte. 

So wurde der Mann wegen Totschlags verurteilt. Er nahm das Urteil an. Die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab. Sie hatte elf Jahre Gefängnis gefordert, der Verteidiger sechs Jahre.

Sollte sich der Verurteilte während der Haftzeit gut führen, ist er nach vier Jahren möglicherweise schon wieder frei.