• Werkhalle im Waggonbau Niesky. Foto: Archiv (N. Knorr)

    Werkhalle im Waggonbau Niesky. Foto: Archiv (N. Knorr)

Alarmglocken schrillen im Waggonbau Niesky

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Bei den rund 300 Nieskyer Waggonbauern schrillen die Alarmglocken. Ihnen drohen massive Lohneinbußen, sollte der slowakische Güterwagenhersteller „Tatravagonka“ das insolvente Werk übernehmen, sagte uns Jan Otto, Chef der IG Metall für Ostsachsen. „Der Insolvenzverwalter will im Auftrag von Tatravagonka eine Absenkung der Tarifverträge verhandeln. Das würde für die Beschäftigten in Niesky Einbußen von 2.500 bis 3.000 Euro im Jahr bedeuten“, so Otto. Seinen Informationen zufolge sollen die Leistungsentlohnung wegfallen, das Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie die Gesundheitsprämie gestrichen werden. „Das ist eine Frechheit“, so Otto.

Die Beschäftigten forderten heute auf einer Betriebsversammlung, dass die leistungsbezogenen Entgelte nicht angetastet werden. Sie verlangten außerdem, dass ihr Unternehmen mit Maschinen, Gebäuden und Grundstücke in den Händen einer Gesellschaft bleibt.

Neben „Tatravagonka“ ist der chinesische Schienenfahrzeughersteller CRRC noch im Rennen. Er garantiere die Fortführung des Tarifvertrages für den kompletten Personalbestand, sagte Otto.

Für den Waggonbau Niesky war Ende vergangenen Jahres Insolvenz angemeldet worden. Als Grund nannte damals Geschäftsführer Eduard Janßen „zu viele Aufträge mit hoher Komplexität, die  unter dem Strich defizitär abgeschlossen wurden.   Der Geschäftsbetrieb soll bis Ende September fortgeführt werden.

Eine Anfrage unseres Senders bei Insolvenzverwalter Jürgen Wallner zum aktuellen Verhandlungsstand blieb bislang unbeantwortet.


Audio:

Jan Otto, Erster Bevollmächtigter der IG Metall für Ostsachsen

Wie geht es nun weiter? Noch einmal Jan Otto