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Alles singt - Kreistag Görlitz soll Oberlausitz-Lied anstimmen

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Drei Monate nach der Wahl trifft sich heute der Kreistag Görlitz zu seiner konstituierenden Sitzung.  Auf den 86 Stühlen nehmen 68 Männer und 18 Frauen Platz. Die AfD bildet die stärkste Fraktion – gefolgt von CDU und Freie Wähler. Knut-Michael Kunoth:

Benjamin in der Runde ist Philipp Eichler, Fleischermeister, Bürgermeister von Rothenburg, mit 27 Jahren der jüngste Kreisrat. 56 Jahre liegen zwischen ihm und Karin Ponesky, Doktorin, pensionierte Lehrerin. Sie ist die Älteste im Kreistag Görlitz. Und noch eine Zahl: 18 Bürgermeister haben sich wählen lassen.  Sie sind eine Macht,    können Diskussionen beeinflussen. Gerade bei der Kreisumlage, also jener Gebühr, die Städte und Gemeinden an den Landkreis zu entrichten haben, können sie Druck machen, wenn es um die Erhöhung geht.

Nach der Verpflichtung durch Landrat Stephan Meyer können die Kreisräte an die Arbeit gehen.  Karin Ponesky, „Bündnis Sahra Wagenknecht“,  hat schon einen Vorschlag: „ Lasst uns ein Lied singen“. Sie schlägt das Oberlausitz-Lied zum Abschluss jeder Kreistagssitzung. „Vielleicht als Versöhnung nach dem Streit“, sagte sie uns. Die 83-Jährige ist die Witwe des Moderators der TV-Volksmusikshow „Alles singt“.

Für die Kreistagsmitglieder, die noch nicht alle Strophen aus dem Effeff kennen:

Wo der Neiße silbernes Band sich schlingt
um der  Berge grünen Kranz,
wo aus blauer Ferne der Jeschken winkt
in der Abendsonne Glanz,
wo der Bergwald rauscht an der Lausche Hang,
wo der  Hochwald grüßend ragt,
wo der Abendwind wie verscholl`ner Sang
um verfallenes Gemäuer klagt.

Oberlausitz, geliebtes Heimatland,
Glück und Reichtum bist du mir!
Wär`s auch noch so schön,
so schön im fremden Land,
stets gehört mein Herz nur dir!

Wo daheim ein trefflicher Menschenschlag,
rauh von Art, doch treu wie Gold,
der die Heimat liebt bis zum letzten Tag,
alter Sitte Ehrfurcht zollt,
wo aus hundert Schloten zum Himmel auf
harter Arbeit Atem haucht,
wo der Landmann froh nach des Tages Lauf
vor der Tür sein Pfeifchen schmaucht.

Oberlausitz, geliebtes Heimatland,
Glück und Reichtum bist du mir!
Wär`s auch noch so schön,
so schön im fremden Land,
stets gehört mein Herz nur dir!

Zieht`s das Herz auch oft in die Fremde hin
einem andern Strande zu,
hat doch erst der wandermüde Sinn
in der Heimat wieder Ruh`.
Ihrer Berge Grün, ihrer Täler Lust,
ihrer Felder Ährengold;
ach, der hat kein Herz wohl in seiner Brust,
der die Heimat nicht lieben wollt.

Oberlausitz, geliebtes Heimatland,
Glück und Reichtum bist du mir!
Wär`s auch noch so schön,
so schön im fremden Land,
stets gehört mein Herz nur dir!

 

Audio:

Knut-Michael Kunoth
Kreisrätin Karin Ponesky