Altenpflege: Sachsen will Fachkräfte halten
Sachsen will Pflegeberufe besserstellen. Im Freistaat werden zwar zahlreiche Altenpfleger ausgebildet. Doch viele kehren Sachsen den Rücken, weil sie in Bayern oder Baden-Württemberg besser verdienen. Jetzt wollen Politik und Verbände gegensteuern. Sozialministerin Christine Clauß unterzeichnete am Mittwoch u.a. mit Vertretern von Pflege-Kassen dazu ein Positions-Papier. Clauß sagte, um Fachkräfte in Sachsen zu halten, sei auch eine bessere Bezahlung nötig. Allerdings: das Papier löste Unverständnis bei privaten Pflegediensten aus. Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste verweigerte heute in Dresden die Unterschrift unter das Dokument. Die Vereinbarung enthalte nichts Konkretes, nur schwammige Formulierungen, so die Kritik. Grüne, SPD und Linke begrüßten das Papier zwar prinzipiell, vermissen allerdings auch verbindliche Absprachen. Die Zahl der Vollzeitjobs in der Altenpflege soll sich - laut dem Papier deutlich erhöhen. Im Gegenzug will man befristete Stellen und Leiharbeit eindämmen. Und: Die Unterzeichner fordern die Zahlung von Tariflöhnen und den Verzicht auf Schulgeld bei privaten Lehranstalten für Altenpflege. Schon jetzt fehlt Personal, so die Arbeitsagenturen. Rund 400 freie Stellen sind momentan in der Altenpflege gemeldet.