Amtsgericht Görlitz stellt Prozess gegen ehemaligen Theater-Geschäftsführer ein

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Der ehemalige Geschäftsführer des Gerhart-Hauptmann-Theaters Görlitz-Zittau, Caspar Sawade,  hat das Amtsgericht Görlitz zum zweiten Mal ungestraft verlassen. Das Verfahren wurde heute eingestellt – unter der Bedingung, dass er 300 Euro an den  Förderverein des Görlitzer Theaters zahlt. 

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Ex-Theaterchef vorgeworfen, Sozialversicherungsbeiträge für Garderobenkräfte in den Pausenzeiten nicht abgeführt zu haben. 45 Fälle standen im Raum. Dabei ging es um Mini-Beträge, z.B. um 17 Cent. Sawade wies ein vorsätzliches Handeln zurück. Die Vorwürfe seien ungerecht und unverständlich. Die Staatsanwaltschaft hatte über 8.000 Euro errechnet, die in einem Zeitraum von fünf Jahren nicht abgeführt worden seien. Bezogen auf den gesamten Personaletat in diesem Zeitraum entspricht das einem Anteil von 0,023 Prozent.

Sawade stand im August schon einmal vor Gericht. Damals ging es um  den Vorwurf der Steuerhinterziehung. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm zur Last gelegt, Abgaben von insgesamt mehr als 8.000 Euro  für nicht selbstständige Mitarbeiter wie Choraushilfen, Sänger und „Einspringer“, also Gastkünstler, nicht abgeführt zu haben. Es handelte sich um zweistellige und niedrige dreistellige Beträge in der Zeit von 2015 bis 2018.  Auch dieses Verfahren wurde eingestellt.

Sawade war 20 Jahre am Gerhart-Hauptmann-Theater. Seit 2020 ist er Theaterdirektor in Lübeck und damit Chef von 350 Mitarbeiterin.