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  • Oberstaatsanwalt Sebastian Matthieu: "Der Angeklagte wollte den Tod des Opfers langsam herbeiführen". Foto: kmk

  • In der Gartenstraße in Weißwasser geschah im August vergangenen Jahres der Mord. Spurensicherer der Polizei. Foto: Tele-Lausitz (Danilo Dittrich)

Angeklagter im Görlitzer Mordprozess schweigt

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Ein 25-jähriger Mann aus Weißwasser soll einen Bekannten ermordet haben. Heute Vormittag begann der Prozess vor dem Landgericht Görlitz. Der Angeklagte schweigt bislang. Sein Motiv ist weiter unklar. Er soll einen 38-Jährigen im August vergangenen Jahres in dessen Wohnung an der Gartenstraße in Weißwasser regelrecht abgeschlachtet haben. Ein Gutachter schilderte, was er am Tatort sah. 

Wie eine Szene aus einem Horrorfilm

Sein Bericht hörte sich an wie eine Vorlage für einen Horrorfilm: Überall Blut im Wohnzimmer, auch an der Zimmerdecke. Blutspuren zogen sich bis ins Schlafzimmer. Das Opfer lag vor seiner Couch in einer Blutlache. Im Bauch steckte ein Küchenmesser. Auf weitere Einzelheiten wollen wir hier aus Gründen der Pietät verzichten. Neben dem Messer wurden ein Latt-Hammer und zwei Krücken sichergestellt. Ihm sei es darum gegangen, das Opfer langsam zu töten, so Oberstaatsanwalt Sebastian Matthieu. Das bezweifelt Vereidiger Ulf Israel. Das wird einer der Knackpunkte im Prozessverlauf sein. Sollte sich herausstellen, dass der Tod es Mannes nicht gleich eintrat, er starke Qualen erlitt, dann wäre das Mordmerkmal der Grausamkeit gegeben. Wenn nicht, könnte es sich um einen Totschlag handeln, der weniger hart bestraft wird.

Aufmerksam, aber ohne Gefühlsregung

Der komplett schwarz gekleidete, hagere, fast 1,90 Meter große Angeklagte verfolgte die detailreichen Schilderungen aufmerksam, aber ohne erkennbare Gefühlsregung. Er ist ledig, hat keinen Beruf erlernt. Der Prozess wird zur Stunde fortgesetzt. Gehört werden Polizisten, zwei Nachbarn und zwei Bekannte des Opfers.

Der Angeklagte soll sich vor der Tat  gemeinsam mit dem späteren Opfer bei einem Bekannten auf einem Laubengrundstück in der Nähe aufgehalten haben. Beide halfen bei der Reparatur des Gartenzaunes. Anschließend sollen beide in einem Einkaufsmarkt Alkohol gekauft haben und in die Wohnung an der Gartenstraße gegangen sein. Dort geschah am späten Abend des 22. August die Bluttat. 

Der Angeklagte war kurz nach der Tat gefasst worden, nachdem er in Weißwasser an über 14 Autos die Reifen zerstochen hatte.in einer ersten Vernehmung bei der Polizei sagte er, dass er seinen 38-jährigen Bekannten getötet habe. Zum Zeitpunkt seiner Festnahme stand er unter mehr als 1,8 Promille Alkohol.

Audio:

Oberstaatsanwalt Sebastian Matthieu

Verteidiger Ulf Israel