Angeklagter im Görlitzer Totschlagprozess bestreitet die Tat
Vor dem Landgericht Görlitz müssen sich seit heute zwei Männer aus Görlitz und Zittau verantworten. Die Angeklagten im Alter von 39 und 28 Jahren sollen einen 37-jährigen Ende Januar in dessen Wohnung an der Rauschwalder Straße in Görlitz umgebracht haben. Sie haben zu Prozessbeginn kein Geständnis abgelegt. Der ältere Angeklagte erklärte heute zu Verhandlungsbeginn, dass er sich an nichts erinnern könne. Er sei aber nicht in der Wohnung des Opfers gewesen. Seinen Angaben zufolge hatte er an dem Abend fünf Bier und eine halbe Flasche Met getrunken. Der jüngere Angeklagte - ein Bruder des Opfers - äußerte sich nicht zur Tat.
Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen gemeinschaftlichen Totschlag vor. Sie sollen den Plan gefasst haben, den Görlitzer zu töten. Der ältere Angeklagte habe dem Opfer schwere Verletzungen am Hals zugefügt, ihm ein Seil mit Henkerknoten um den Hals gelegt und die Schlinge zugezogen haben. Außerdem soll er ihm Schnitt- und Stichwunden an Kopf und Oberkörper zugefügt haben. Das Opfer erstickte.
Der jüngere Angeklagte soll mit dabei gewesen sein und dem älteren das Seil gereicht haben. Er hatte sich schwarz-weiß geschminkt, um bedrohlich zu wirken. Die sogenannte „Corpsepaint“ - auch Leichenmalerei genannt – ist in der Black-Metal-Szene verbreitet.
Am Abend vor der Tat hielten die Beiden Polizei und Feuerwehr auf Trab. Sie feierten so laut, dass eine Streife anrückte. Später hatte sich der ältere Angeklagte aus seiner Wohnung ausgesperrt. Er holte nicht den Schlüsseldienst, sondern die Feuerwehr. Die Einsatzkräfte öffneten die Tür.
Der Prozess wird von der Mutter und einer Schwester des jüngeren Angeklagten verfolgt. Beide treten als Nebenkläger gegen den 28-jährigen Zittauer auf. Sie will eine harte Strafe für ihren Sohn, sollte ihr Sohn schuldig sein.
Der Prozess wird fortgesetzt.