Angespannte Lage in den Kliniken im Kreis Görlitz trotz sinkender Inzidenz
Die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Kreis Görlitz geht zurück. Wurde Anfang dieser Woche eine Sieben-Tage-Inzidenz von rund 1.120 festgestellt, liegt sie heute laut Robert-Koch-Institut bei 822. Der Trend werde durch einen Rückgang der Infektionen im Schulbereich flankiert, sagte heute Landrat Bernd Lange. Da der Wert drei Tage infolge unter 1.000 liegt, wird morgen die Ausgangsbeschränkung im Kreis Görlitz aufgehoben.Das kündigte Kommunalamtsleiter Karl Ilg an.
Es gebe aber noch keinen Grund zur Entwarnung, so der Landrat. In den Krankenhäusern im Kreis Görlitz werden derzeit 192 Covid-Patienten behandelt. 30 von ihnen geht es so schlecht, dass sie intensivmedizinisch betreut werden müssen. Diese Patienten sind zwischen 31 und 90 Jahre alt. „Die Belegung auf den Intensivstationen macht uns Kopfzerbrechen. Mediziner gehen davon aus, dass bei jedem vierten Covid-Patienten auf Normalstation das Risiko hoch ist, dass sich sein Zustand verschlechtert und er deshalb auf die ITS verlegt werden muss“, sagte Sozialdezernentin Martina Weber.
Ärzte, Schwestern und Pfleger in den Krankenhäusern im Kreis Görlitz arbeiten am Limit. Das Personal sei seit über zwei Jahren permanent im Einsatz, so Weber. „Wir wissen nicht, ob wir es in dieser Einsatzstärke weiter schaffen.“ Der Landrat dankte dem Personal in den Kliniken, aber auch im Gesundheitsamt für die geleistete Arbeit in dieser vierten Welle.
Der Landkreis wird weiter von der Bundeswehr unterstützt. Knapp 70 Soldaten werden voraussichtlich auch über den Jahreswechsel bis Ende Januar in den Krankenhäusern und bei der Kontaktermittlung helfen. Das kündigte Oberstleutnant Eric Gusenburger an. Ein entsprechender Antrag wurde gestellt. Der Landkreis sei nach wie vor einer der Schwerpunkte für die Bundeswehr in Sachsen.