• (Foto: Sebastian Willnow/dpa)

  • Martin Dulig ist stellvertretender Ministerpräsident und Chef der sächsischen SPD (Archivfoto: dpa)

Anschlag auf AfD-Büro in Döbeln - drei Tatverdächtige gestellt

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Nach der Explosion vor dem AfD-Büro in Döbeln sind drei Tatverdächtige gestellt worden. Es handelt sich um drei Deutsche im Alter zwischen 29 und 50 Jahren. Das teilte am Freitagvormittag das Landeskriminalamt mit. Am Gebäude entstanden bei der Explosion am Donnerstagabend erhebliche Schäden an der Tür, am Rollladen und an der Fensterscheibe. Es wurden keine Personen verletzt, teilte das LKA mit. Im Büro gerieten Werbematerialien in Brand.

Nun stehe die Befragung der drei Verdächtigen aus, teilte LKA-Sprecherin Kathlen Zink auf Anfrage mit. Ob ein Haftbefhl beantragt wird, müsse die Staatsanwaltschaft Chemnitz prüfen. Zur Motivation der Tatverdächtigen und ihrem Hintergrund könne man noch nichts sagen, sagte Zink. Sie stammen nach unseren Informationen aus der Region Döbeln. Das LKA will keine näheren Angaben machen.

Dulig verurteilt Tat

Nach der Explosion vor dem AfD-Büro in Döbeln hat Sachsens stellvertretender Ministerpräsident und SPD-Chef Martin Dulig die Tat verurteilt. Für den Anschlag gebe es keine Legitimation, hat Dulig am Freitag getwittert. Gewalt gehöre nicht zu den Mitteln der Demokratie. Die AfD müsse politisch bekämpft werden und nicht mit Sprengkörpern, fordert Dulig. Dieser Anschlag helfe der AfD und schade der Demokratie, meint der Sozialdemokrat.

Bei der Explosion waren Scheiben und Türen des Büros beschädigt worden. An zwei geparkten Kleintransportern und an zwei weiteren Gebäuden entstanden ebenfalls Schäden. Verletzt wurde niemand.

Die vollständige Mitteilung des Landeskriminalamtes hier nachlesen:

Am 3. Januar 2019 kam es gegen 19:20 Uhr zu einer Explosion vor dem AfD-Büro in Döbeln auf der Bahnhofstraße. Am Gebäude entstanden erhebliche Schäden an der Tür, am Rollladen und an der Fensterscheibe. Es wurden keine Personen verletzt. Im Büro gerieten Werbematerialien in Brand. Der Brand konnte durch die eingesetzte Feuerwehr gelöscht werden. Durch die Explosion wurden außerdem das Nachbargebäude und zwei vor dem Gebäude geparkte Transporter beschädigt.

In den letzten Wochen ist eine Zunahme von politisch motivierten Angriffen auf Büros der AfD in Sachsen festzustellen. Dabei handelte es sich vorwiegend um Sachbeschädigungen an den jeweiligen Gebäuden. Menschen kamen bislang nicht zu Schaden. Der Anschlag auf das AfD-Büro in Döbeln stellt insofern eine Besonderheit dar, da durch die herbeigeführte Explosion die Schädigung von Menschen bewusst in Kauf genommen wurde.

Die Task Force Gewaltdelikte des Polizeilichen Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrums (PTAZ) im Landeskriminalamt Sachsen wurde sofort involviert, da der Verdacht auf eine politisch motivierte Straftat bestand.

Im Rahmen sofort eingeleiteter Ermittlungs- und Fahndungsmaßnahmen konnten drei Tatverdächtige gestellt werden. Es handelt sich dabei um drei Deutsche im Alter von 29, 32 und 50 Jahren. Sie wurden vorläufig festgenommen.

Die weiteren Ermittlungen werden durch Beamte des Polizeilichen Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrums (PTAZ) im LKA geführt.

Petric Kleine, Präsident des LKA Sachsen:
„Die schnelle Einbindung der Task Force Gewaltdelikte des LKA und die zielführenden polizeilichen Maßnahmen der Kollegen der Polizeidirektion Chemnitz führten sehr schnell zur Festnahme von drei Tatverdächtigen. Ich freue mich über diesen Ermittlungserfolg und sehe ihn als Ergebnis der intensivierten Zusammenarbeit zwischen den Polizeidienststellen und die konsequente Nutzung der polizeilichen Ressourcen!“