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Archäologische Funde werfen neues Licht auf Bautzener Stadtentwicklung

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Archäologen haben in der Bautzener Altstadt überraschende Funde gemacht. Sie stießen bei Grabungen am Burglehn auf Überreste von Häusern aus dem Spätmittelalter. In einer Kellermauer steckten zwei Silbermünzen aus dem 17. Jahrhundert mit dem Konterfeis des Kurfürsten Christian I und Johann Georg I. In einem Brunnen wurden Haushaltsgeschirr und andere Alltagsgegenstände aus der damaligen Zeit entdeckt, außerdem Tierknochen und ein Hundeschädel. Die fünf Archäologen des Landesamtes für Archälogie Sachsen dokumentierten insgesamt 200 Befunde. Sie brachten Hunderte Einzelfunde ans Tageslicht. Die Ältesten stammen aus der Slawenzeit aus dem 11. Jahrhundert.

Die Fundstücke werfen ein neues Licht auf die Stadtgeschichte. „Wir können nun die Stadtentwicklung im frühen Hochmittelalter einigermaßen plausibel erkären. Ausgehend von der Ortenburg, wo sich damals eine frühe Stadt befand, hat sich im 11. Jahrhundert die Stadt in Richtung Westen ausgedehnt“, so Dr. Thomas Westphalen, Abteilungsleiter Archäologische Denkmalpflege.

Die Untersuchungen auf dem rund 1.200 Quadratmeter großen Gelände sollen in Kürze abgeschlossen werden. Ende April rücken die Bauleute an. Die Hentschke Bau GmbH errichtet dort ein Haus für altersgerechtes Wohnen. Schlüsselübergabe ist voraussichtlich im Herbst 2019.

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Dr. Thomas Westphalen, Abteilungsleiter Archäologische Denkmalpflege.