Aufräumen nach Sturm „Friederike“ - enorme Schäden
Nach „Friederike“ ist Aufräumen angesagt in der Lausitz. Das Orkantief hat große Schäden angerichtet. Der Sturm ist der schwerste seit „Kyrill“ vor elf Jahren. Ein Lkw-Fahrer kam ums Leben. Eine Sturmböe drückte gestern Nachmittag den Laster auf der A 13 bei Ortrand gegen eine Leitplanke. Tausende Haushalte in der Lausitz hatten keinen Strom. Bäume waren auf Freileitungen gestürzt.
„Friederike“ deckte Dächer ab. So bleibt die Görlitzer Fischmarktschule heute geschlossen. Auf der Butterberg-Baude in Bischofswerda sitzen noch immer fast 20 Gäste und Service-Mitarbeiter fest. Die Feuerwehr ist dabei, umgestürzte Bäume von der Zufahrt zu räumen. Der Sturm hat eine Schneise in den Bergwald geschlagen.
Mehrere Straßen in der Lausitz sind weiter gesperrt. Bäume drohen umzustürzen, Dachziegel hinabzufallen, so zum Beispiel auf der Inneren Lauenstraße und der Heringstraße in Bautzen. Vor dem Betreten der Wälder wird ausdrücklich gewarnt. Es besteht Lebensgefahr.
Im Löbauer Stadtwald wurden zahlreiche Bäume entwurzelt. Forstarbeiter sind dabei, die Wege freizuräumen. Die Zufahrt zur Turmgaststätte ist wieder passierbar. Besonders schwer habe es den Stadtpark „Friedenshain“ getroffen, teilte die Stadtverwaltung mit. Dort stürzten über 20 Bäume um.
Einen Schutzengel hatte ein Transporterfahrer in Pulsnitz. Während der Fahrt fiel ein Baum auf das Fahrzeug. Er kam mit dem Schrecken davon. Eine Sturmböe hat in Königsbrück Teile eines Wohnhausdaches abgedeckt.
Hunderte Feuerwehrleute und Angehörige des Technischen Hilfswerkes waren bis tief in die Nacht pausenlos im Einsatz – viele bis fast zur Erschöpfung. Die Leitstelle Hoyerswerda, zuständig für Einsätze in den Landkreisen Görlitz und Bautzen, war überlastet. Notrufe gingen im Sekundentakt ein. Ortsfeste Landesfunkstellen wurden eingerichtet. Auch in der Leitstelle Lausitz in Cottbus glühten die Drähte. Die Mitarbeiter lösten rund 1.000 Einsätze aus.
Die Länderbahn stellte den Verkehr gestern Nachmittag auf den Strecken Dresden-Görlitz und Dresden-Zittau komplett ein. Sie versuchte, einen Busnotverkehr zu organisieren. Allerdings hatten auch viele Busunternehmen den Verkehr eingestellt. Reisende wurden u. a. mit Taxen an ihr Ziel gebracht. Auch die ODEG ging auf die Bremse. Auf der Strecke zwischen Cottbus und Zittau standen alle Räder still.
Länderbahn und ODEG haben heute Morgen den Bahnverkehr wieder aufgenommen. Reisende müssen aber vereinzelt mit Verspätungen rechnen, so. z. B. auf der Strecke Zittau-Görlitz-Cottbus.