Aus Vattenfall in der Lausitz wird LEAG
Aus Vattenfall wird LEAG. Die Tagebaue und Kraftwerke in der Lausitz firmieren künftig unter diesen Namen. Hinter LEAG stecken die Bezeichnungen Lausitz Energie – Bergbau AG und Lausitz Energie – Kraftwerke AG. Hauptsitz bleibt Cottbus. Das gab heute der neu gewählte Aufsichtsrat bekannt. Tagebaue und Kraftwerke werden als selbstständige Unternehmen weiter betrieben, erklärte EPH-Vorstand Jan Springl. Der tschechische Energiekonzern hat die Vattenfall-Sparte in der Lausitz gekauft.
Die 8.000 Kohlekumpel und Kraftwerker können erst einmal aufatmen. EPH bekräftigte seine Zusage, bis Ende 2020 keine betriebsbedingten Kündigungen auszusprechen. Außerdem sollen 160 Arbeitsplätze vom Vattenfall-Standort Hamburg in die Lausitz verlagert werden.
Hoffen und Bangen müssen weiter die über 1.600 Bewohner in der Region Schleife und Welzow. Eine Entscheidung zu Erweiterung der Tagebaue Nochten und Welzow will die LEAG-Spitze voraussichtlich erst im Frühjahr treffen.
Der neue Vorstandsvorsitzende Helmar Rendez kündigte an, das soziale Engagement, etwa für Vereine in der Lausitz, mit Augenmaß fortzusetzen. Die Gewinne will EPH in die LEAG stecken und Steuern in Deutschland bezahlen.
Die tschechische EPH-Gruppe sieht sich als siebtgrößter Stromerzeuger Europas und Nummer Drei in Deutschland. Für den Konzern sind fast 23.000 Mitarbeiter tätig, davon fast die Hälfte in Lausitz und Mibrag.
Vor der Vattenfall-Zentrale in Cottbus demonstrierten Kohlegegner. Rund ein Dutzend Aktivisten drang auf das Gelände der Tagebaue Welzow-Süd und Jänschwalde. Sie forderten den Ausstieg aus der Braunkohleverstromung. Gegen die Teilnehmer, die sich dort nach Angaben einer Unternehmenssprecherin unberechtigt aufhielten, wurde Strafanzeige gestellt.