Autobahn nach Kollision voll gesperrt - Suchmaßnahmen nach mutmaßlich vermisster Person

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Autobahn­po­li­zei­re­vier Bautzen

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Autobahn nach Kolli­sion voll gesperrt - Suchmaßnahmen nach mutmaßlich vermisster Person

BAB 4, Görlitz - Dresden, zwischen den Anschluss­stellen Ohorn und Pulsnitz

23.04.2017, seit 22:28 Uhr

Am späten Sonntag­abend hat sich auf der BAB 4 bei Ohorn ein schwerer Verkehrs­un­fall ereignet, bei dem drei Menschen schwer verletzt wurden. Eine stunden­lange Sperrung der Autobahn und nächtliche Suchmaßnahmen waren zudem die Folgen.

Unweit der Anschluss­stelle Ohorn war ein unter Drogen­ein­fluss stehender 27-Jähriger mit seinem BMW nahezu ungebremst auf das Heck einer voraus­fah­renden Mercedes C-Klasse aufge­fahren. Durch die Wucht des Aufpralls wurden beide Autos nach rechts von der Fahrbahn geschleu­dert, durch­bra­chen einen Wildzaun und kamen außerhalb der Autobahn in einem Dickicht zum Still­stand. Der Unfall­fahr­ver­ur­sa­cher sowie der 48 Jahre alte Fahrer des Mercedes und dessen fünf Jahre jüngere Beifah­rerin wurden schwer verletzt. Sie kamen zur Versor­gung in unter­schied­liche Krankenhäuser. Der Sachschaden bezif­ferte sich nach ersten Schätzungen auf rund 50.000 Euro. Beide Autos wurden abgeschleppt.

Aufgrund der Schwere des Unfalls kamen die Freiwil­ligen Feuer­wehren aus Ohorn, Pulsnitz und Großröhrsdorf mit rund 30 Kameraden sowie das Techni­sche Hilfs­werk und die Autobahn­meis­terei zum Einsatz. Die BAB 4 wurde in Fahrt­rich­tung Dresden an der Anschluss­stelle Ohorn voll gesperrt. Der nächtliche Urlaubsrückreise- und Berufs­pend­ler­ver­kehr, der zumeist aus Polen kommend in Richtung Westen fuhr, wurde von dort über Neben­straßen zur Anschluss­stelle Pulsnitz umgeleitet.

Während die Einsatzkräfte und Sanitäter die schwer verletzten Personen aus ihren Fahrzeugen befreiten, äußerte der Mercedes-Fahrer, augen­schein­lich unter dem Eindruck des Gesche­henen stehend, dass er nicht genau wisse, wie viele Personen in seinem Auto gesessen hatten. Da auch nach weiteren Ermitt­lungen unter Einbe­zie­hung der Polizei in der rhein­land-pfälzischen Heimat der verunglückten Familie nicht ausge­schlossen werden konnte, dass sich möglicher­weise weitere Personen in dem Pkw befanden und die Unfall­stelle unbemerkt verlassen haben, begann eine groß angelegte Suche.

Die Rettungs­hun­de­staffel Sachsen-Ost e.V. und ein Hubschrauber der Bundes­po­lizei unterstützen diese. Sie suchten den Bereich an der Unfall­stelle und die nähere Umgebung ab. Der Hubschrauber kreise dabei nahe der Gemeinde Ohorn. Entspre­chende Lärmbelästigungen waren leider unver­meidbar. Eine weitere, möglicher­weise verletzte Person trafen die Retter jedoch nicht an.

Die Fahrt­rich­tung Dresden der BAB 4 wurde gegen 04:00 Uhr teilweise wieder freige­geben. Aufgrund des Unfalls und der Einsatzmaßnahmen staute sich der Verkehr etliche Kilometer bis zum Burkauer Berg zurück.

Der Verkehrs­un­fall­dienst der Polizei­di­rek­tion führt die weiteren Ermitt­lungen. Nach Rücksprache mit der Staats­an­walt­schaft veran­lassten Polizisten eine Blutent­nahme bei dem 27-jährigen Unfall­ver­ur­sa­cher und behielten dessen Führerschein ein. Die weiteren Ermitt­lungen werden zum Vorwurf der Gefährdung des Straßenver­kehrs geführt. (tk)

 

Quelle: www.polizei.sachsen.de/de/MI_2017_49110.htm