Bankräuber mit Heckenschere und Mopedbatterie verurteilt
Stellen Sie sich vor: Es geschieht ein Banküberfall, aber die Kunden bleiben ruhig in der Warteschlange vor den Schaltertresen stehen. Niemand rennt raus, bringt sich in Sicherheit. Alle halten Disziplin und den Diskretionsabstand zum Kassentisch. So ist es tatsächlich kurz nach Weihnachten in der Postbankfiliale in Görlitz gelaufen. Die Videoaufzeichnungen der Überwachungskameras wurden heute im Prozess gegen den Bankräuber gezeigt.
„Alles stimmt!“ Abzustreiten, hat auch keinen Sinn. Auf den gestochen scharfen Bildern ist Roman B. gut zu erkennen. Er steuert geradewegs auf den Schalter zu, legt eine Mopedbatterie mit zwei herausragenden Drähten und die verrostete Klinge einer Gartenschere auf den Tisch.
Die Postangestellte hat die Situation noch nicht erfasst. „Ich dachte, er hat ein Konto bei uns“, glaubt sie. Ein Konto besitzt der Obdachlose nicht, aber er braucht Geld. Mit einem Satz springt er über den Tresen. Er wiederholt seine Forderung: „Geld!“ – und zeigt auf Batterie und Klinge. „Bombe geht gleich los“.
Jetzt wird der Postangestellten klar: Es ist ein Überfall. Ihre Kollegin drückt den Alarmknopf, läuft raus, ruft einen Wachmann, der gerade auf dem Nachhauseweg ist. Er setzt den schmächtigen, 1,60 Meter großen Täter fest und übergibt ihn der Polizei
Er habe der Postangestellten nur Angst einjagen, aber ihr kein Leid antuen wollen, gesteht der 50-jährige Tscheche. Erst wenige Tage vor der Tat war er aus dem Gefängnis rausgekommen, saß wegen eines bewaffneten Ladendiebstahls in Bautzen. Nun muss er wieder rein – für drei Jahre und vier Monate – so das Urteil des Landgerichts Görlitz. Es folgte damit dem Antrag des Staatsanwalts. Der Angeklagte hat das Urteil angenommen. Es ist damit rechtskräftig.