• Landrat Bernd Lange schaut auf die Häuserzeile an der Berliner Straße. Die Sanierungskosten werden noch steigen. Um wie viel Prozent, kann er aber noch nicht sagen.

Baupreise treiben Kosten für Erweiterung des Görlitzer Landratsamtes hoch

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 Für die Erweiterung des Görlitzer Landratsamtes haben die Arbeiten begonnen. Neun leerstehende und zum Teil verfallene Bürgerhäuser an Berliner und Salomonstraße werden saniert. Dort sollen Jugendamt und Jobcenter einziehen. Ins Erdgeschoss auf der Seite an der Berliner Straße kommen ein Veranstaltungssaal und eine Kantine. Bis Ende 2023 sollen die Altbauten saniert sein.

Landrat Bernd Lange geht  davon aus, dass der Kostenrahmen von rund 26 Millionen Euro nicht ausreichen wird –angesichts weiter steigender Materialpreise.  "Wir hatten schon Preissteigerungen in die Kalkulation einbezogen.   Es wird auf ein gutes Controlling ankommen." 

Der Landkreis will aber seinen Eigenanteil von zehn Millionen Euro nicht aufstocken.  "Der Deckel bleibt drauf." Mehrkosten will der Kreis mit zusätzlichen Fördermitteln ausgleichen.  Wenn das nicht möglich sei, müssten Abstriche am Bauvorhaben gemacht werden, so der Landrat.

Lange verteidigte erneut die millionenteure Erweiterung. Die Zentralisierung von Fachämtern  in Görlitz sei die Voraussetzung für eine zukunftsfähige Verwaltung. Mit dem Kernstandort digital vernetzte Bürgerbüros in Löbau, Weißwasser, Zittau und Görlitz sollen den Einwohnern zusätzliche Wege in die Ämter ersparen. In Rothenburg, Bad Muskau und Neugersdorf sind zudem Bürgerterminals geplant.

Mit der Zentralisierung werden   Gebäude der Kreisverwaltung frei. Sie sollen verkauft oder vermietet werden. Geplant ist,  dass  die Ämter für Umwelt und Vermessung  in die Kreisstadt ziehen. Außerdem sollen das Kreishaus an der Otto-Müller-Straße in Görlitz aufgegeben und das Jobcenter von der Lunitz an den zentralen Standort an der Bahnhofstraße ziehen. Das betrifft insgesamt 370 Mitarbeiter. Damit wären dann rund 750 Beschäftigte am Kernstandort tätig, 

 Die Erweiterung des Görlitzer Landratsamtes umfasst einen weiteren Abschnitt mit zwei Neubauten, die miteinander verbunden sind. Außerdem soll das ehemalige Barmer-Gebäude an der Berliner Straße hergerichtet werden. Hinzu kommt eine Tiefgarage für Besucher.

Damit summieren sich die Kosten auf über 60 Millionen Euro. 2025 soll die Erweiterung des Görlitzer Landratsamtes abgeschlossen werden.

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Reporter Knut-Michael Kunoth