Bautzen holt Millionen von der hohen Kante und bleibt handlungsfähig
Bautzen reißt das Sparbuch an. Der Stadtrat hat am Abend den Haushalt 2024 auf den Weg gebracht. Das Defizit von rund 9,6 Millionen Euro konnte durch den Griff in die Rücklagen ausgeglichen werden. Die Pro-Kopf-Verschuldung: null Euro.
Die wichtigsten Punkte
Es gibt keine Abstriche bei den freiwilligen Ausgaben, z.B. der Kultur- und Sportförderung. Gewerbe- und Grundsteuern bleiben konstant. Für Bürgerprojekte stehen 20.000 Euro bereit. Das Budget wurde verdoppelt. Der Hochwasserschutz wird verbessert durch ein Rückhaltebecken in Radwitz und Maßnahmen an Stiebitz- und Albrechtsbach. Dafür gibt die Stadt 6,4 Millionen Euro aus. Die Digitalisierung an den Schulen kann abgeschlossen werden. „Wir werden da eine Punktlandung hinlegen“, so Oberbürgermeister Karsten Vogt. Außerdem wurde mehr Geld für den Substanzerhalt in den Kitas eingestellt.
Keine Fördermittel für neue Sporthalle
Enttäuschung dagegen bei Stadträten: Der Neubau der Sporthalle an der Allende-Schule kommt erst später. Sachsen geizt mit Fördermitteln. „Die Planungen und Ausschreibungen werden aber noch in diesem Jahr ausgelöst, sodass mit Abriss der alten und Bau der neuen Turnhalle spätestens im kommenden Jahr gerechnet werden kann“, so die Stadtverwaltung.
Aufatmen kann das Steinhaus-Team. 60.000 Euro für das soziokulturelle Zentrum sollten auf Antrag des Bürgerbündnisses gestrichen werden, und zwar zugunsten der Sportförderung. Abgelehnt!
Den Haushalt muss noch das Landratsamt prüfen. „Geht durch“, ist der OB überzeugt. 556 Seiten umfasst das Werk. Zum Vergleich: Auf diesen Umfang kommt auch die Paperback-Ausgabe von „Stainers letzte Geige“ (Autor: Heinz Peller), mit dem Unterschied, dass sich der Historienroman wohl etwas besser liest.