Bautzener Amtsrichter erteilt Autoschmuggler lebenslängliches Fahrverbot
Das Amtsgericht Bautzen hat einen Autoschmuggler zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Ihm wird außerdem ein lebenslängliches Fahrverbot in Deutschland erteilt. "Er benutzte das Auto als Waffe", so Richter Dirk Hertle. Der Angeklagte habe im Kamikaze-Stil Polizisten gefährdet. Das sei ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr und damit ein Verbrechen. Der Richter wörtlich: "Wir wollen Sie in Deutschland nie mehr auf unseren Straßen sehen". Der mehrfach vorbestrafte Koch hatte einen gestohlenen Ford Edge in Plauen übernommen. Als ihn eine Polizeistreife auf der A 4 bei Siebenlehn kontrollieren wollte, gab er Gas. Mit bis zu 180 Kilometer pro Stunde jagte der unter Drogen stehende Pole in Richtung Görlitz. Dabei krachte er mehrmals gegen einen Streifenwagen. Vor Ohorn wurde er mit einem platten Reifen gestellt. Er sollte das Auto nach Polen bringen. Dafür hatte ihm ein Tomic 500 Euro versprochen. Mit seinem Auftraggeber stand der Angeklagte im telefonischen Kontakt. Auf weitere Ermittlungen nach dem Hintermann wurde aber verzichtet – mit Hinweis auf ein langwieriges Rechtshilfeersuchen. Bis vor einem halben Jahr war das leichter. Da konnten die Ermittler über das deutsch-polnisches Kontaktzentrum die Kontaktdaten von Handynummer-Inhabern kurzfristig abfragen.Der verurteilte Autoschmuggler wird bald wieder in seiner Heimat sein. Er soll seine Haftstrafe nicht in einem komfortablen deutschen Knast, sondern in einem polnischen Gefängnis verbüßen.