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Bautzener Amtsrichter schickt Autoschieberin hinter Gitter

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Das Amtsgericht Bautzen hat eine Autoschieberin zu einer Gefängnisstrafe verurteilt – und zwar wegen versuchter Hehlerei. Sie soll für ein Jahr und drei Monate einfahren. Möglicherweise kann sich der Aufenthalt hinter Gittern noch verlängern. Gegen die 36-jährige Polin laufen weitere Strafverfahren.

Unter Tränen beteuerte die Angeklagte, dass sie doch nur einen Freundschaftsdienst übernommen hatte. Mit einem Kumpel fuhr sie von Lauban (Luban) nach Großröhrsdorf. Dort wartete sie auf einem Parkplatz. Wenig später kam ihr Bekannter mit dem gestohlenen Auto an – einem Audi A4 Avant im Wert von fast 35.000 Euro. Sie setzte sich ans Steuer und fuhr zurück.

Auf der A 4 vor Bautzen wollte eine Zivilstreife den Wagen stoppen. Die Polin folgte zunächst der Polizei, gab dann aber plötzlich Gas. Mit Tempo 200 bis 230 und ausgeschaltetem Licht jagte sie über die nächtliche Autobahn. An einem Kreisverkehr unweit der A 4 wurde sie gestellt. Angeblich wusste sie nicht, dass der Wagen gestohlen war, obwohl Schlüssel und Papiere fehlten. Die Flucht versuchte sie mit einer Panikattacke zu entschuldigen.

Richter Dirk Hertle glaubte ihr nicht. Sie habe ein gestohlenes Auto für die weitere Verwertung überführen sollen. Und er fügte hinzu: „ Wir kriegen die Autoschieberei nicht in Griff, wenn wir die Taten nicht hart bestrafen“. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Verteidigung hielt eine Bewährungsstrafe für angemessen.