Bautzener Bahnhofsinvestor bringt Idee wieder ins Spiel
Nun ist es auch für jeden Reisenden kaum zu übersehen: Der Bahnhof Bautzen ist Bahnhof des Jahres. Die Tafel wurde heute über dem Portal im Empfangsgebäude enthüllt. Vor knapp einem Monat war der Bahnhof damit vom Interessenverband Allianz pro Schiene ausgezeichnet. Die Investoren Jörg Drews und Gerald Lucas hatten das marode Gebäude gekauft und für rund acht Millionen Euro saniert. Drews brachte heute wieder die Idee von einer kleinen Südvorstadt auf den nicht mehr genutzten Gleisgelände am Bahnhof ins Gespräch. Es könnte der Standort sein zum Beispiel für eine Sporthalle oder auch das geplante Bauforschungszentrum, sagte er uns.
Ausschlaggebend dafür, dass in diesem Jahr die Wahl der Allianz pro Schiene auf den Bahnhof Bautzen fiel, war nicht nur die denkmalgerechte Sanierung mit den offenen Innenräumen. Die Jury war auch beeindruckt von dem neugestalteten Vorplatz mit Abstellmöglichkeiten für Fahrräder und Autos. Lobend hervorgehoben wurden zudem die kurzen Wege zu den Gleisen. „In den Innenräumen und der direkten Umgebung erleichtern ein Lounge-Bereich, ein Café oder ein Modell der historischen Bautzener Altstadt das Warten auf den Zug“, hieß es weiter in der Begründung.
Der Bautzener Bahnhof stand noch vor rund zehn Jahren vor dem Verfall. Die Bahnsteige waren lange Zeit nur über den Außenbereich erreichbar, weil das Bahnhofsgebäude aufgrund seines schlechten Zustands gesperrt war. 2016 beschloss der Kreistag, Teile seiner Verwaltung im Stationsgebäude unterzubringen. Das Landratsamt wurde Hauptmieter. Ein langjähriger Mietvertrag mit den beiden Investoren wurde abgeschlossen.