Bautzener Bestatter bestohlen und in Fotofalle getappt
Eine Mitarbeiterin eines Bautzener Bestattungshauses hat ihrem Chef 16.000 Euro gestohlen. Der 67-Jährigen wurde heute der Prozess gemacht. Sie gestand zu Verhandlungsbeginn die Tat. Erklären könne sie sich den Diebstahl nicht. Das Motiv blieb bislang unklar. Die Angeklagte tappte in eine Fotofalle der Polizei, die nach der Diebstahlanzeige des Bestatters aufgestellt worden war. Als sie Tage später erneut den Schrank öffnete, in dem der Bestatter sein Rentengeld zurückgelegt hatte, wurde sie gefilmt. Diesmal steckte in dem Briefumschlag aber kein Geld. Er war mit Papierstreifen gepolstert. Außerdem hatte ihr Chef ein Schreiben dazu gelegt, der Dieb möge doch das Geld wieder zurückbringen. Einen Tag später legte sie ihm das gestohlene Geldscheinbündel (32 500 Euro-Scheine) auf den Tisch. „Sie hatte mein volles Vertrauen“, sagte der Bestatter. Er hatte sie aber nicht angezeigt. Stattdessen wollte er ihr einen Psychologen vermitteln. „Ich habe eben so ein Helfersyndrom“, so ihr Chef. Trotzdem wurden gegen sie Ermittlungen aufgenommen. Die Polizei wurde aktiv.Das Urteil heute: Zehn Monate auf Bewährung. Das Gericht folgte damit dem Antrag des Verteidigers. Die Staatsanwaltschaft hatte zwei Monate mehr gefordert. „Jetzt darf nichts mehr passieren, ansonsten müssen sie ins Gefängnis! Eine geklaute Zahnbürste kann sie schon hinter Gitter bringen.“, so Richter Dirk Hertle. Die Bewährungszeit beträgt zwei Jahre. In dieser Zeit muss sie monatlich 50 Euro an die Sternwarte in Sohland/Spree zahlen.