• "King Abode" im Herbst vergangenen Jahres bei einem anderen Gerichtstermin im Oberverwaltungsgericht in Bautzen. Der Verhandlung gestern im Amtsgericht Bautzen blieb der abgelehnte libysche Asylbewerber fern. Foto: kmk

Bautzener Gericht verurteilt "King Abode"

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Ein  als Intensivtäter bekannter und in Kamenz lebender Libyer mit dem selbst gewählten Namen „King Abode“ muss an einen Autofahrer fast 1.400 Euro zahlen. Er hatte dem Mann eine Beule in die Autotür getreten. Das Amtsgericht Bautzen ging  von einer „vorsätzlich unerlaubten Handlung“ aus. Diese Formulierung hat zur Folge, dass die Ansprüche auch bei einer Privatinsolvenz des Libyers bestehen bleiben. Der Autofahrer kann sein Geld in den kommenden 30 Jahren eintreiben.

Das Sächsische Oberverwaltungsgericht hatte im Oktober vergangenen Jahres den  Asylantrag von "King Abode" abgelehnt.   Das Urteil wurde inzwischen rechtskräftig. Wann er abgeschoben werden kann, ist aber weiter unklar.  Der Flugplatz in der libyschen Hauptstadt Tripolis ist in der Hand der IS-Terrormiliz. 

Dem Libyer werden weit über  20 Straftaten zugeschrieben. Der junge Mann mit dem selbst gewählten Namen "King Abode" kam vor fast vier  Jahren nach Deutschland. Er begründete seinen Asylantrag damit, dass seine dem früheren Diktator Ghaddafi nahestehende Familie von islamistischen Milizen verfolgt werde. Sein Vater und zwei Brüder seien getötet worden. Er selbst behauptet, dass er zweimal angeschossen worden sei.

Seit er in Deutschland ist, hält er Polizei und Justiz auf Trab. Er  fiel bei den Tumulten im September 2016 auf dem Bautzener Kornmarkt auf.   Gegen ihn wurden mehrfach Geldstrafen verhängt - zuletzt eine achtmonatige Freiheitsstrafe. Im September vergangenen Jahres wurde der Libyer nach einem Raub im Asylbewerberheim Kamenz festgenommen, kam aber wieder frei.

Die Stadt Bautzen hat den "King"  schon zweimal zur „Persona non grata“ erklärt. Das Aufenthaltsbot gilt aber immer nur für drei Monate. Oberbürgermeister Alexander Ahrens sieht durch den  22-Jährigen das friedliche Miteinander in Bautzen gefährdet.