Probleme auf Senckenberg-Baustelle in Görlitz
Mehr als ein halbes Jahr nach dem Baustart für den neuen Forschungskomplex des Senckenberg Naturkundemuseums Görlitz sind Probleme aufgetaucht. Das Fundament des Speichergebäudes war schlechter als erwartet. Die Sohle musste verstärkt werden. Das habe zum Bauverzug geführt, sagte uns der Alwin-Rainer Zipfl, Sprecher des Staatsbetriebs Sächsisches Immobilien- und Baumanagement. Das Gesamtprojekt liege aber weiter im Zeitplan.
Aktuell läuft der Rohbau im Speichergebäude. Ab Mitte Juni werden die Mauerreste auf dem Gelände an der Bahnhofstraße geschleift. Außerdem wird noch eine Trafostation abgerissen. Danach geht es mit dem Tiefbau los. Rund 60 Millionen Euro werden investiert.
Neun derzeit in der Stadt verteilte Standorte des Senckenberg Naturkundemuseums kommen unter ein Dach. Das sind Depots, Werkstätten und Labore, Seminar- und Praktikumsräume, ein Vortragssaal und eine Bibliothek.
Die rund 120 Mitarbeiter erhalten optimale Arbeitsbedingungen. Nach der Fertigstellung des Forschungskomplexes werden die Senckenberg-Bereiche voraussichtlich im Frühjahr 2024 umziehen und im darauffolgenden Sommer die Arbeit am neuen Standort aufnehmen.
Die Antworten auf unsere Anfrage im Wortlaut:
Was ist der Grund für den Bauverzug?
Aktuell laufen unter anderem Arbeiten am historischen Speichergebäude (Haus D). Im Zuge dieser Arbeiten wurde festgestellt, dass die Fundamente in einem schlechteren Zustand sind als zuvor angenommen. Daher musste schrittweise, vorsichtig und kleinteilig die Fundamentsohle unterfangen und verstärkt werden. Diese aufwendige Maßnahme führt zu einem Bauverzug im Rohbau dieses Teilobjekts. Es entsteht jedoch kein Gesamtverzug am Speichergebäude, da die nachfolgenden Ausbau- und Technikgewerke mit einem mehrmonatigen Puffer beginnen werden. Das Gesamtprojekt ist von der Terminverschiebung nicht betroffen.
Wie ist der aktuelle Stand der Arbeit?
Im Speichergebäude laufen aktuell die Rohbauarbeiten im Obergeschoss. Ab Mitte Juni 2021 werden nach partiellen Medienumverlegungen auf dem Baugrundstück die letzten Rückbauarbeiten der Mauerreste an der Bahnhofstrasse und der Trafostation durchgeführt. Anschließend beginnen die Tiefbauarbeiten an der Bahnhofstrasse mit den Verbauleistungen der Baugrube. Im Vorfeld wurden bereits Grundsicherungsmaßnahmen an den angrenzenden Nachbarbebauungen durchgeführt, die mittlerweile abgeschlossen sind.
Wird sich der Zeitplan verschieben?
Im Verlauf der bisherigen Arbeiten ist es trotz schwieriger Rahmenbedingungen (CORONA, Engpässe und Preisentwicklung in der Materialbeschaffung, allgemeine Auslastungssituation des Baugewerbes) bisher nicht zu signifikanten Verzögerungen gekommen. Modifikationen und Anpassungen der Projekttermine sind jedoch aus eben genannten Gründen nicht grundsätzlich auszuschließen.