Besetzung des Kraftwerks Schwarze Pumpe für beendet erklärt - Kohlezüge fahren wieder - Normalbetrieb
Das Kraftwerk Schwarze Pumpe hat wieder den Normalbetrieb aufgenommen. Am Abend traf wieder Kohlenachschub ein. Zuvor hatten Umweltaktivisten die Zufahrtsgleise geräumt. Sie seien wieder frei, sagte ein Vattenfall-Sprecher. Umweltaktivisten hatten die Besetzung am Nachmittag für beendet erklärt. Sie blockierten die Gleiszufahrt für rund 24 Stunden. Die Massenaktion sei nun vorbei, so eine Sprecherin des Protestbündnisses „Ende Gelände“.
Unterdessen ordnete die Bürgermeisterin von Welzow, Birigit Zuchold, die Auflösung des Kohlegegner-Camps an. Sie drohte mit dem Einsatz der Polizei, sollten die Teilnehmer der Forderung nicht nachkommen. Die SPD-Politikerin sagte: "Gewalt löst keine Konflikte. Man sollte sich gemeinsam an einen Tisch setzen und über die Dinge sprechen, die zu regeln sind. Das ist ein Thema der Energiepolitik. Wir können nicht einfach sagen: Braunkohle aus, Regenerative voran - und dann ist die Welt in Ordnung."
Hunderte Menschen hatten für rund 24 Stunden die Kohlezufuhr zum Kraftwerk Schwarze Pumpe blockiert. Vattenfall musste die Leistung des Kraftwerks herunterfahren. Die Fernwärmeversorgung für Spremberg und Hoyerswerda war gefährdet. Die Polizei nahm am Samstag rund 130 Besetzer fest, ließ sie aber inzwischen wieder frei. Gegen sie laufen Ermittlungen. Sie hätten sich des schweren Landfriedensbruchs schuldig gemacht, so eine Polizeisprecherin.
Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber bezeichnete die Besetzer als „aus ganz Europa anreisende Rechtsbrecher“. Es dürfe nicht sein, dass Gewalt hat den Braunkohlegegnern in der Lausitz Gewalttätigkeit vorgeworfen. Der Regierungschef appellierte an die Teilnehmer des Protests, sich und andere Menschen keinen Gefahren auszusetzen. „Jeder hat das Recht, seine Meinung und auch seinen Protest auszudrücken. Demonstrations-, Versammlungs- und Meinungsfreiheit dürfen aber nicht missbraucht werden. Wenn Aktionen in Gewalt und Nötigung umschlagen, ist eine rote Linie erreicht.“Einige der Teilnehmer der Protestaktionen in der Lausitz hätten das offenkundig getan, kritisierte Woidke. „Sie gefährdeten damit auch die Stromversorgung für viele tausend Menschen, was im Einzelfall gefährliche Folgen haben kann.“ Woidke, der in Forst in der Lausitz seinen Landtagswahlkreis hat, betonte: „Ich appelliere an die Teilnehmer der Aktionen, zum friedlichen und gewaltfreien Umgang zurückzukehren und Besonnenheit walten zu lassen.“ Bereits am Freitag hatten rund 1.600 Braunkohlegegner Bagger, Gleise und Förderbänder im Tagebau Welzow-Süd besetzt. 500 Menschen übernachteten dort. Drei Aktivisten hatten sich auf einem Gleis der Kohlebahn einbetoniert. Sie wurden inzwischen von der Polizei von der Anlage getrennt. "Wir sind sehr zufrieden", sagte eine Sprecherin des Protestbündnisses "Ende Gelände" am Samstag. "Unsere Aktionen sind stark und verlaufen wie geplant, entschlossen und ohne Gewalt."