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Bewährung für Autodiebin mit dem Engelsgesicht

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Autos klauen – das machen nur Männer? Von wegen! Frauen können das auch. Eine stand heute in Bautzen vor Gericht. Sie war Mitglied einer 15-köpfigen Bande, die aus dem polnischen Liegnitz regelmäßig nach Deutschland ausschwärmte, um Audi-Modelle der Baujahre 2004 und 2008 zu knacken.

Lange rabenschwarze über die Schultern reichende Haare, dezentes Make-Up auf der Haut, akkurat gezupfte Augenbrauen -  die polnische Autodiebin mit dem Engelsgesicht wurde in Handschellen  aus der Untersuchungshaft in den Verhandlungssaal geführt. Anders als manch ihrer männlichen Arbeitskollegen machte sie gleich reinen Tisch. Sie gestand, vier Autos der Marke Audi in  Dresden, Pirna, Ottendorf-Okrilla und Cottbus geknackt zu haben. Ihre Aufgabe war es, die elektronische Wegfahrsperre zu überbrücken. Dafür hatte sie einen Würfel, ein Modul. Die Technik funktionierte aber nur bei bestimmten Modellen. So suchte die Bande gezielt nach Wagen der Baujahre 2004 und 2008.

Auf die Autoknackerschiene kam die Polin, nachdem ihr Geliebter – wie sie selbst sagte „ein Mafiamann“ – aufflog und ins Gefängnis musste. Ihr Achterbahnleben mit viel Geld und erfüllten Wünschen war vorbei. Sie geriet an einen Freund ihres Lebensgefährtin und damit auf die schiefe Bahn.  Auf einer ihrer Autoklau-Touren wurde sie in Bad Schandau geblitzt. Sie saß am Steuer eines in Pirna  gestohlenen Audi Q7.  Das war ihr Verhängnis.

Nein, so ein Leben will sie nicht mehr führen, sondern zu ihrem inzwischen elfjährigen Jungen und ihrer Familie nach Liegnitz zurückkehren und wieder in einer Hotel-Rezeption arbeiten, beteuerte sie mit Tränen in den Augen. Amtsrichter Dirk Hertle gab ihr die Chance: Er verurteilte die Polin zu zwei Jahren auf Bewährung.