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Bewährungsstrafe für Anleger-Betrüger

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Er hatte hochtrabende Pläne, wollte in Schönau-Berzdorf bei Görlitz eine Oldtimer-Manufaktur hochziehen, dort Luxus-Sportwagen im Stil der 30er Jahre bauen. Heute saß der gelernte Elektriker in Görlitz auf der Anklagebank. Er hatte selbst und über Vermittler 121 Kapital-Anleger um über 1,3 Millionen Euro betrogen. Dafür erhielt der 50-Jährige eine vergleichsweise milde Strafe. Das Landgericht Görlitz verurteilte ihn zu einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung.

Die drei Prozesspateien - Richter, Staatsanwältin und Verteidiger - hatten sich zuvor in einem sogenannten Rechtsgespräch („Deal“) auf ein Strafmaß geeinigt. Bedingung: ein umfassenden Geständnis des Angeklagten.

Die Taten liegen 13 Jahre zurück. Der Angeklagte war nach Uganda zu seiner Frau abgetaucht. Jahrelang wurde mit Haftbefehl nach ihm gesucht. Im März wurde er festgenommen und nach Deutschland gebracht.

Über die BME-Bufori Motors AG Görlitz und einen Holding mit Sitz in Neuseeland flossen die Beträge der gutgläubigen Anleger aus Deutschland und der Schweiz, denen bis elf Prozent Rendite   und zusätzliche Gewinnanteile versprochen wurden,  auf verschiedene Konten – davon 700.000 Euro nach Kampala in Uganda. Den Anlegern seien wertlose Wechsel ausgehändigt worden. Mit dem Geld habe der Angeklagte im wesentlichen seinen Lebensunterhalt bestritten, so die Staatsanwältin. Er spekulierte außerdem in Devisen. 

Der Angeklagte legte ein Geständnis ab.  Er räume die Vorwürfe ein und bereue seine Taten sehr, erklärte sein Verteidiger. Zuletzt habe er als Koch in Uganda gearbeitet - für freie Kost und Logis  und monatlich 500.000 ugandische Schillinge  Das sind umgerechnet 100 Euro. Der Verurteilte will nun zu seiner Frau nach Kampala zurückkehren.