Bis Juni fast 4.400 Strafanzeigen wegen Graffiti in Sachsen

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Im ersten Halbjahr hat es in Sachsen 4.378 Strafanzeigen wegen Sachbeschädigung durch Graffiti gegeben. Mit 1.767 wurden die meisten in Leipzig erstattet, gefolgt von Dresden mit 1.081, wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage aus der AfD-Landtagsfraktion hervorgeht. Nur gut 14 Prozent oder 615 Taten wurden demnach aufgeklärt. Dabei hatte die Dresdner Polizei mit 16,7 Prozent oder 181 Fällen die höchste Quote; in Leipzig sind es 11,9 Prozent und 210 Fälle.

2.943 der Verfahren und damit mehr als die Hälfte wurden eingestellt, weil die Täter nicht ermittelt werden konnten. In 34 Fällen verhängten Staatsanwaltschaften Erziehungsmaßnahmen gemäß Jugendgerichtsgesetz. Weitere wurden gegen Geldbetrag und gemeinnützige Leistungen, andere wegen Geringfügigkeit, Schuldunfähigkeit oder deshalb eingestellt, weil der Aufenthaltsort der Beschuldigten unbekannt war. Drei Verfahren endeten bei Gericht mit einer Einstellung, da bereits Maßnahmen erfolgten oder diese angeordnet wurden.

Die Zahl der Strafanzeigen im Zusammenhang mit Graffiti hat in den beiden ersten Corona-Jahren wieder zugenommen, nachdem sie 2019 auf 8.010 gesunken war - von fast 10.000 drei Jahre zuvor. 2020 wurden 9.712 registriert und 2021 insgesamt 8.566. Die Bilanz für das erste Halbjahr bedeutet einen Rückgang im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2021 - dafür weist die Statistik 4.850 Strafanzeigen aus. Die Aufklärungsquote hat seit 2015 von 19,9 Prozent auf 16,2 Prozent 2021 abgenommen. (dpa)