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Bis zu 800 Stellen im Bombardierwerk Görlitz wackeln

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Die beiden sächsi­schen Bombar­dier-Stand­orte Görlitz und Bautzen sollen bleiben – ebenso die anderen deutschen Werke des Konzerns. Diese Empfeh­lung gab heute der Aufsichtsrat der Konzern­spitze. Bis 2020 sollen aber an allen Stand­orten 2.200 Arbeits­plätze gestri­chen werden – mehrheit­lich in Görlitz und Hennigs­dorf.

Görlitz könnte bis zu 800 Arbeits­plätze verlieren. Dagegen könnte in Bautzen die Beschäf­tig­ten­zahl sogar steigen, so Bombar­dier-Deutsch­land-Chef Michael Fohrer. Es soll aber keine betriebs­be­dingen Kündi­gungen geben. 

Der Görlitzer Betriebs­rats­vor­sit­zender René Straube sagte unserem Sender, es sei nun eine erfolg­ver­spre­chende Basis für weitere Verhand­lungen geschaffen worden. In Görlitz sollen künftig sämtliche Wagen­kästen für den deutschen Markt gefer­tigt werden. Ursprüng­lich war geplant, dass nur noch Alumi­ni­um­kon­struk­tionen gefer­tigt werden. Bombar­dier will am Standort einen zweistel­ligen Millio­nen­be­trag inves­tieren, insbe­son­dere in die Bereiche Automa­ti­sie­rung und Lackie­rerei. Das Werk in Bautzen soll zum weltweiten Kompe­tenz­zen­trum für die digitale Serien­fer­ti­gung von Regional- und Fernver­kehrs­zügen sowie S- und U-Bahnen ausge­baut werden. Bombar­dier will dafür 20 Millionen Euro inves­tieren. Bereits vor zwei Wochen wurde in Bautzen der Grund­stein für eine neue Endmon­ta­ge­halle gelegt.

Bombar­dier-Betriebsrat Straube wünscht sich, dass die Stamm­be­le­ge­schaft in Görlitz in der jetzigen Stärke erhalten bleibt. Im Werk sind 1.900 Beschäf­tigte tätig – davon 700 Leihar­beiter.

Sachsens Wirtschafts­mi­nister Martin Dulig äußerte sich insge­samt positiv zur Ankün­di­gung des Bombar­dier-Konzerns. Im Vergleich zur Ausgangs­lage, die einen massiven Stellen­abbau vorsah, sei er nun „verhalten optimis­tisch“. Die Mitar­beiter hätten an beiden sächsi­schen Stand­orten eine Perspek­tive.  „Wir erwarten von Bombar­dier, dass nun schnell alle noch offenen Fragen geklärt werden und den Mitar­bei­te­rinnen und Mitar­bei­tern Sicher­heit geben wird. Das Unter­nehmen kann auf den Freistaat Sachsen zählen. Wir erwarten im Gegenzug, dass Bombar­dier zu seiner sozialen Verant­wor­tung steht.“