• Hauptportal des Bautzener Justizgebäudes. Foto: kmk

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Bischofswerdaer klaut Großmutter 70.000 Euro

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Ein Enkel hat seiner Großmutter 70.000 Euro gestohlen. Die Tat geschah vor einem Jahr in Bischofswerda. Gestern Nachmittag wurde dem 38-jährigen in Bautzen der Prozess gemacht. Das Urteil des Amtsrichters: 8 Monate auf Bewährung.

Die Oma hatte seit dem Tod ihres Mannes jeden Monat Geld zurückgelegt, aber nicht aufs Sparbuch, sondern in einen Stollenkarton, den sie unter ihrem Schlafzimmerschrank versteckt hatte. Insgesamt 76.000 Euro! Pflege-, Sterbe- und Räumungsgeld, wie sie sagte. Sie wollte ihrer Tochter nicht auf der Tasche liegen. Als die 82-Jährige nach einem Schlaganfall zur Reha-Kur war, sollte der Enkel ihre Wohnung vorrichten. Dabei entdeckte er den Stollenkarton. Als die Großmutter zurückkam, waren nur noch 6.000 Euro drin.

Sie stellte Strafantrag, sagte auch – so wie ihre Tochter- gestern im Prozess gegen ihren Enkel aus. Der wollte sich seinen Traum vom Eigenheim erfüllen, nahm sich einen Kredit, kaufte ein Grundstück. Außerdem beglich er Unterhaltsschulden für seine drei Kinder, schmiss Partys, fuhr zu Rammstein-Konzerten. Seiner Mutter gestand er den Diebstahl. Vor Gericht aber schwieg er.

Sein Verteidiger versuchte, die Tat herunterzuspielen. Gelegenheit mache Diebe. Die Großmutter solle doch bitte den Strafantrag zurücknehmen.  „Das werde ich nicht tun. So etwas muss bestraft werden“, so die Oma.

Seinen Job dürfte der Bischofswerdaer bald los sein. Er arbeitet im Sicherheitsbereich eines sächsischen Flughafens. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig.