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Bislang neun Straftaten im Umfeld des Neonazi-Treffens in Ostritz

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Mit einem Programm für die ganze Familie ist heute das Friedensfest in Ostritz fortgesetzt worden. Mit ihm wehren sich die gut 2.300 Bürger der Stadt gegen ein Neonazi-Festival. Gestern Abend setzten sie ein Zeichen gegen Rechts und umschlossen den Markt mit einer Menschen- und Lichterkette. Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer  und  Bürgermeisterin Marion Prange hatten sich eingereiht. Kretschmer rief die Mitte der Gesellschaft auf, Haltung zu zeigen und den Kampf gegen Rechts als Kampf für Demokratie, Meinungsfreiheit und Weltoffenheit zu führen.

Nach Angaben der Polizei hat das Festival „Schild & Schwert“ der Rechten deutlich weniger Zulauf als im April, als etwa 1200 Neonazis aus ganz Deutschland und dem Ausland anreisten. Die Kampfsportaktion „Kampf der Nibelungen“ sei mangels Teilnehmer abgesagt worden, hieß es.

Auf einem früheren Industriegelände finden Vorträge und Konzerte als Versammlung und eine Tattoo-Messe als Veranstaltung statt, für die das Hausrecht gilt. Um zu dem als Versammlung angemeldeten Teil zu gelangen, müsste man durch das Areal gehen, für das Hausrecht gilt. Diese Gemengelage sorgte gestern für Unmut, weil Journalisten nur kurzzeitig und keinen freien Zugang zum Versammlungsteil bekamen.

Nach Angaben der Polizei wurden im Zusammenhang mit dem Festival bislang neun Straftaten registriert. Die Polizei hatte am Freitag mehr als 200 Gäste des Treffens kontrolliert. Drei Männer führten verbotene Messer bei sich. Vier Besucher wollten unter anderem mit Sturmhauben und Pfefferspray zum Versammlungsgelände. Ein 35 Jahre alter Mann bot T-Shirts mit verfassungsfeindlichen Symbolen zum Kauf anbot, ein anderer trug einen Gürten mit einem Hakenkreuz.