Bauernproteste gehen weiter - heute Kundgebung in Dresden
Blockaden, Staffelfahrten und eine Kundgebung – Die Bauernproteste gehen in die nächste Runde. Landwirte halten auch heute die Autobahnauffahrten in Görlitz und Kodersdorf besetzt -und zwar bis 11 Uhr. Anmeldungen dafür liegen im Landratsamt Görlitz vor. Außerdem brechen Landwirte zur Großkundgebung in Dresden auf. Sie werden von Handwerker und Spediteuren begleitet. Die Kundgebung beginnt um 11. Der Landesbauernverband will dabei nicht zulassen, dass der Protest von rechten Gruppen vereinnahmt wird.
Eine positive Bilanz zog Robert Erdmann, der Sprecher vom Verein „Land schafft Verbindung Sachsen“: Das Verständnis für die Proteste sei in der Bevölkerung überwältigend gewesen. Die Proteste seien an allen 95 Standorten im Freistaat durchweg friedlich verlaufen. Mehr als 10.000 Traktoren waren demnach am Montag an dem Protest beteiligt.
Am Montagmorgen um 5 Uhr riegelten die Bauern die Anschlusstellen der A 4 ab. Die Auffahrten wurden mit Traktoren verstellt. Weg mit den Subventionsstreichungen, forderten die Landwirte. Sie wurden unterstützt von Gewerbetreibenden. Viele Geschäfte, Gaststätten und Cafés blieben zu. Korsos rollten durch zahlreiche Städte. Ein Tross von mehr als 200 Traktoren und anderen Fahrzeugen schlängelte sich durch Görlitz. Passanten applaudierten und hielten Daumen hoch. Andere filmten mit ihren Handys. Dem Korso in Görlitz schlossen sich Spediteure, Lkw-Fahrer und Handwerker an. Andere Unternehmer zeigten sich solidarisch, indem sie heute ihre Geschäfte geschlossen halten.
1.000 Traktoren rollten durch Cottbus
Hunderte protestierende Landwirte und Unternehmer von Transportfirmen rollten in Cottbus in einem Autokorso über den Stadtring. Nach Polizeiangaben fuhr eine Kolonne von weit über 1.000 Traktoren und Lastwagen auf einer Länge von zehn Kilometern über die Verkehrsachse der zweitgrößten Stadt Brandenburgs. Es kam zu erheblichen Verkehrseinschränkungen. Auch andere Gewerke, darunter Handwerker, unterstützten die Proteste. Die Aktionen der Bauern richteten sich gegen die geplante Streichung von Subventionen für die Branche.(dpa)
Schon am Sonntag hatten Bauern mit ersten Blockaden begonnen. Sie hielt für zwei Stunden die Auffahrten zur A 4 in Görlitz und Kodersdorf besetzt. 40 bis 50 Traktoren rollten an.