++ EIL ++

Bombardier gibt Marschrichtung für Standorte Görlitz und Bautzen bekannt

Zuletzt aktualisiert:

Bombar­dier hat offenbar die Weichen für seine Stand­orte in Sachsen gestellt. Görlitz soll sich auf Alumi­nium-Wagen­kästen spezia­li­sieren und Bautzen zum indus­tri­ellen Leitstandort ausge­baut werden. Das kündigte der Deutsch­land-Chef des kanadi­schen Konzerns, Michael Fohrer, in der „Frank­furter Allge­meinen Zeitung“ an.In Bautzen sollen künftig Regional- und Fernzüge sowie S- und U-Bahnen gebaut werden. Bombar­dier will dafür 20 Millionen Euro inves­tieren. Die Kanadier verhan­deln über Förder­gelder. Das Land Sachsen hatte  Zuschüsse in Aussicht gestellt, wenn Bombar­dier für die Werke Bautzen und Görlitz eine Stand­ort­ga­rantie abgibt. Damit hält sich aber die Konzern­lei­tung weiter zurück.  Langfris­tige Garan­tien werde es nicht geben, sagte  Fohrer. Wie viele der rund 3.000 Arbeits­plätze in Görlitz und Bautzen erhalten bleiben, ließ er offen.  Bis Juli soll Klarheit herrschen.Die Betriebs­räte von Görlitz und Bautzen hielten sich heute noch mit Kommen­taren zu den Bombar­dier-Plänen zurück. Sie wollen sich morgen äußern. Kriti­sche Stimmen befürchten, dass der Standort Görlitz mit der ihm zugespro­chenen Alumi­nium-Wagen­kas­ten­fer­ti­gung ein Gnaden­brot bekommen soll. Görlitz könnte so zu einem Anhängsel von Bautzen werden, von dem keine eigenen Entwick­lungen mehr ausgehen.

Audio:

Reporter Knut-Michael Kunoth im Inter­view mit Bombar­dier-Sprecher Andreas Diene­mann