Brandanschlag auf Spreehotel Bautzen
Bautzen findet keinen Frieden. Auf das als Flüchtlingsheim genutzte Spreehotel ist vergangene Nacht ein Brandanschlag verübt worden. Polizeiangaben zufolge warfen drei Personen vier Molotowcocktails über den Zaun. Ein Brandsatz zündete, richtete aber keinen Schaden an. Ein Zweiter erlosch. Zwei Glasflaschen blieben unbeschädigt liegen. Ein fünfter Molotowcocktail wurde vor dem Zaun abgestellt. Die Tat wurde erst heute Morgen bemerkt. Ein Fährtenhund der Polizei habe die Spur der Täter aufgenommen und bis zu einem nahegelegenen Parkplatz verfolgt. Das Operative Abwehrzentrum der sächsischen Polizei übernahm die Ermittlungen. Zeugen werden gesucht. Die Polizei fragt: Wer hat sich am Montag, dem 12. Dezember in der Zeit von 22:30 Uhr bis 23:30 Uhr im näheren Umfeld der Asylbewerberunterkunft aufgehalten und kann Hinweise zu Personen oder Fahrzeugen geben? Wer kennt Personen, die sich mit der Begehung der Tat brüsten?Sachdienliche Hinweise nimmt das Führungs- und Lagezentrum der Polizeidirektion Görlitz telefonisch unter 03581 468-100 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen. Der Bautzener Landtagsabgeordnete Marko Schiemann (CDU) verschaffte sich am Nachmittag vor Ort einen Überblick. Seiner Ansicht nach müssen die Täter gute Ortskenntnis haben, weil die Brandsätze von einer schwer zugänglichen Stelle geworfen wurden. Das Gelände werde von Überwachungskameras kontrolliert, im entscheidenden Moment seien die Täter aber nicht gesehen worden. Schiemann verurteilte den Anschlag scharf und rief die Bautzener Bevölkerung auf, sich den Ruf der Stadt nicht durch Kriminelle ruinieren zu lassen. Bereits im Februar 2017 war in Bautzen auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft ein Brandanschlag verübt worden. Die Stadt geriet daraufhin bundesweit in die Schlagzeilen. Noch immer laufen die Ermittlungen. Dringend Tatverdächtige für den Brandanschlag auf den Bautzener Husarenhof wurden bislang nicht gefunden.