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Drei Jahre Gefängnis für Brandstifter aus Kamenzer Asylbewerberheim

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Ein Iraker soll im Asylbewerberheim in Kamenz Feuer gelegt haben. Ihm wurde heute in Bautzen der Prozess gemacht. Er hatte im Sommer vergangenen Jahres sein Zimmer angezündet, weil er nicht verlegt wurde,  so die Staatsanwaltschaft. „Der Brand wurde von ihm geplant und zielgerichtet durchgeführt“, so Staatsanwalt Christopher Gerhardi.

Der  26-Jährige bestritt die Tat. Er bestätigte aber, dass er ein anderes Zimmer haben wollte, weil ihn angeblich tschetschenische Heimbewohner bedrohten. Sie seien durch ein Loch in der Zimmerdecke und durch die Heizungsrohre zu ihm gekommen.  Zur Tatzeit hatte er  Drogen genommen.

Die stellvertretende Heimleiterin bestätigte ein Gespräch wenige Stunden vor der Tat. „Er wollte ins Heim nach Hoyerswerda, weil er sich verfolgt fühlte.“ Zugleich hatte er gedroht, Feuer zu legen. Im Überwachungsvideo, das in der Verhandlung gezeigt wurde, ist der Angeklagte zu sehen, wie er aus seinem Zimmer kommt. Sekunden später steht der Raum in Flammen. Rauch dringt durch einen Türspalt und verhüllt den Flur.

Der Brandursachenermittler der Polizei erklärte: Das Feuer sei durch eine offene Flamme  entstanden. Er fand angebrannte Kleidungsstücke im Zimmer. Hochgiftige Brandgase seien freigesetzt worden. 

Laut dem Gutachter hatte  der Angeklagte vermutlich eine vorübergehende Psychose, die durch seinen Drogenkonsum ausgelöst wurde. Drogen verursacht. „Er war in der Lage, sein Handeln eingeschränkt zu steuern.“ Von ihm gehe die Gefahr für gleiche oder ähnliche Taten aus.

Der Staatsanwalt gestand ihm eine verminderte Schuldfähigkeit zu. Er sprach sich für eine abschreckende Strafe aus und forderte drei Jahre Gefängnis. Dagegen regte der Verteidiger an zu prüfen, ob der Angeklagte in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht wird.  Er beantragte deshalb, das Verfahren an das Landgericht abzugeben. Es sollte eine abschließende Entscheidung treffen. Andernfalls forderte er eine Bewährungsstrafe.

Das Urteil: Drei Jahre Gefängnis. Das Gericht sprach den Angeklagten wegen schwerer Brandstiftung für schuldig. Obwohl seine Steuerungsfähigkeit durch eine drogenbedingte Psychose eingeschränkt gewesen sei, habe er gewusst, was er tat, so Richter Dirk Hertle. Er habe Feuer gelegt, weil er kein anderes Zimmer bekam. Der Brand hätte zum Tod vieler Unbeteiligter führen können.

Der Iraker war 2015 in der großen Flüchtlingswelle nach Deutschland gekommen. Er hatte seine Heimat verlassen, weil er dort angeblich schlimme Dinge erlebte („Freunde wurden getötet, ich habe blutige Anschläge gesehen“). Der Angeklagte sollte aus Deutschland abgeschoben werden, ein Termin stand schon fest. Die irakische Botschaft aber blockte. Seine sechs Vorstrafen waren dafür nicht ausreichend.