Brutaler Tulpendieb von Görlitz verurteilt
Er wollte bei seiner Frau nach einem Ehestreit um gut Wetter bitten, sie mit 30 Tulpen überraschen. Den Strauß kaufte er aber nicht. Der 27-Jährige klaute die Blumen auf dem Görlitzer Wilhelmsplatz. Dabei wurde er von einem Bewohner gefilmt. Daraufhin rastete der Blumendieb aus. Heute wurde ihm der Prozess gemacht.
In der Verhandlung schilderte das Opfer die Tat. Der Dieb habe auf ihn eingeprügelt, einen Zahn locker geschlagen, am Boden liegend mit Füßen getreten und mit einem Stein nach ihm geworfen. Außerdem habe er ihn als „Scheiß Deutscher“ und „Nazi“ beleidigt. Der schmächtige und gehbehinderte Mann hatte nicht die Polizei gerufen, sondern sein Handy gezückt und die Kamera eingeschaltet. „Es war für ihn schlicht und einfach ein Selbstschutz. Er dachte dabei an die Polizei mit ihren Bodycams und fühlte sich sicher“, sagte uns sein Anwalt André Kanzog.
Der Angeklagte räumte den Blumendiebstahl ein und zwei Schläge. Die Prügelorgie bestritt er aber. Und mit dem Steinwurf habe er dem Zeugen nur Angst einjagen wollen. Der in Zgorzelec lebende dreifache Familienvater wollte nicht gefilmt werden.
Das Gericht verurteilte den Tulpendieb zu neun Monaten auf Bewährung .Außerdem muss er rund 1.300 Euro Schmerzensgeld und Schadenersatz an das Opfer zahlen. Es leidet noch immer an den Folgen der Schläge, er nimmt Schmerzmittel und hat dadurch Magenprobleme bekommen.