Bundespräsident Gauck in Bautzen als „Volksverräter“ beschimpft
Bundespräsident Joachim Gauck ist bei seinem Besuch in Bautzen als "Volksverräter" beschimpft worden. Zudem wurde ihm der Stinkefinger gezeigt und mit Trillerpfeifen protestiert. Mehrere Demonstranten pfiffen den Bundespräsidenten aus.Bei seinem kurzen Spaziergang vom Sorbischen Theater zum Rathaus wurde Gauck ausgebuht und der Stinkefinger gezeigt. Die Polizei griff ein, da sich mehrere protestierende Menschen nähern wollten.Polizei prüft "strafrechtliche Relevanz"Die Kriminalpolizei der Polizeidirektion Görlitz hat die Ermittlungen aufgenommen und prüft die strafrechtliche Relevanz der Rufe, teilte ein Sprecher mit. Zum "Stinkefinger" könne er sich nicht äußern, sagte der Polizeisprecher. Es handle sich bei Beleidigung um ein Antragsdelikt, es müsste also Anzeige durch Gauck erstattet werden.Gauck hatte sich drei Wochen nach dem Brandanschlag auf eine geplante Asylunterkunft am Vormittag mit Sachsens Ministerpräsident Tillich und Bürgermeistern aus der Region getroffen.Angesichts zunehmender Unzufriedenheit mit der Flüchtlingspolitik der Regierung hatte Gauck eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema angemahnt. Dabei reiche es nicht, hinterm Computer etwas "zusammenzuposten", sagte er bei einer Diskussionsrunde mit Bürgern. Demokratie erfordere Kompromissbereitschaft und Geduld. Hass und Hetze gehörten nicht dazu. "Und wir wollen auch nicht akzeptieren, dass Brandsätze fliegen", sagte Gauck.