Selfis, Scherze und Protest - Bundespräsident in Senftenberg eingetroffen
Der Sitz des Bundespräsidenten ist seit heute in Senftenberg. Frank-Walter Steinmeier führt seine Amtsgeschäfte für drei Tage aus der 23.000-Einwohner-Stadt. Senftenberg ist eine weitere Station seiner Reihe „Ortszeit Deutschland“. Er will so die Menschen und ihre Probleme kennenlernen. Am Vormittag traf der Bundespräsident ein. „Vieles, was in der Politik medial transportiert wird, ist das, was in der Hauptstadt passiert. In ländlichen Regionen wie Senftenberg fühlen sich die Menschen deshalb nicht angemessen repräsentiert. Deshalb kommt es für mich immer wieder darauf an, auch in kleine und mittlere Städte zu gehen“, sagte Steinmeier zum Auftakt.
Der Bundespräsident kam nicht mit dem Hubschrauber, sondern mit der Bahn. Einwohner suchten gleich nach seiner Ankunft das Gespräch. Einige machten Selfies mit ihm. Empfangen wurde Steinmeier auch von einer Gruppe von AfD-Anhängern – mit Rufen wie „Kriegstreiber“.
Im Senftenberger Rathaus trug sich der Bundespräsident ins Goldene Buch der Stadt ein. Danach sprach er mit Kommunalpolitikern. Heute Abend geht er ins Theater. Auf dem Spielplan steht: „Was man im Dunklen hört“.
Steinmeier hat Quartier im Parkhotel bezogen. Bis Donnerstag will er mit vielen Einwohnern zusammenkommen, zum Beispiel an einer Kaffeetafel oder auch bei einem Bummel durch die Altstadt. Er will will wissen, was die Menschen in der Lausitz bewegt, welche Ängste sie haben, was ihnen gegen den Strich läuft, aber auch, worüber sie glücklich sind. Ein Thema wird die Kohle sein, also der Ausstieg und der damit verbundene Strukturwandel.
Auf seinem Programm stehen Gespräche mit Jugendlichen und ein Vortrag in der Stadtverwaltung zum Volksaufstand in der DDR vor 70 Jahren. Steinmeier macht einen Abstecher in die BTU. Und auch dort will er Gespräche führen.