Bundeswehr hilft in fünf Kliniken im Kreis Görlitz
Die Bundeswehr unterstützt Krankenhäuser im Kreis Görlitz bei der Behandlung von Corona-Patienten. Seit heute morgen sind rund 100 Soldaten aus Einheiten in Weißenfels und Berlin im Einsatz. Es handelt sich um ausgebildete Pfleger, Arzthelfer, Rettungs- und Notfallsanitäter. Die Männer und Frauen stehen in den nächsten vier Wochen das Personal in den Kliniken Görlitz, Zittau, Ebersbach und Weißwasser zur Seite. Der Schwerpunkt des Einsatzes liege auf den Intensivstationen und in der Notaufnahme, so Generalstabsarzt Stephan Schmidt.
„Lage wieder in den Griff bekommen“
Der Landkreis hatte die Bundeswehr um Amtshilfe gebeten. Vor einer Woche schien die Lage aus dem Ruder zu laufen.Es wurde immer schwerer, alle Kontaktpersonen von Infizierten zu ermitteln. Inzwischen sind 65 Mitarbeiter des Landratsamtes dafür eingesetzt. Sie werden von Bundeswehrsoldaten unterstützt. „Wir sind nun auf einem guten Weg, die Lage wieder in Griff zu bekommen, mit Hilfe der Bundeswehr und Kräften des DRK“, sagte uns Landrat Bernd Lange. „Wenn alle die Vorsichtsregeln beachten, haben wir durchaus die Chance, bald wieder mehr Freiheit zu bekommen.“
„Demos sind Schlag ins Gesicht der Ärzte und Pfleger“
Über 90 Prozent der Menschen in der Region würden die Vorsichtsmaßnahmen beachten. Für Demonstrationen gegen die Bestimmungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zeigte Lange kein Verständnis. Er bezeichnete die Kundgebungen als „einen Schlag ins Gesicht der Ärzte und Pfleger, die sich um die Patienten bemühen“.
Ein Pfleger auf einen beatmeten Patienten
Unterdessen kommen immer mehr Patienten auf die Infektionsstationen. Im Görlitzer Klinikum gibt es für sie 100 Betten. „Für vier Corona-Patienten benötigen wir eine Pflegekraft, teilweise auch eine Pflegekraft für einen beatmeten Patienten“, so Geschäftsführerin Ulrike Holtzsch. Im Normalmodus betreue eine Krankenschwester oder ein Krankenpfleger zehn Patienten.
Von den 28 für Corona-Patienten reservierten Plätzen auf den Intensivstationen sind noch vier frei. Sollten sie nicht ausreichen, könnten Infizierte auch in andere Krankenhäuser außerhalb des Landkreises verlegt werden, so Beigeordnete Martina Weber.
Hotspots sind Alten- und Behindertenheime
Das Gesundheitsamt hat 19 Corona-Hotspots im Kreis Görlitz ausgemacht. Es handelt sich um Alten- und Behinderteneinrichtungen. 17 sind gegenwärtig in Quarantäne. Zu den zwei anderen Heimen werde noch heute eine Entscheidung fallen, sagte uns Beigeordnete Martina Weber.
In den vergangenen 24 Stunden wurden im Landkreis 129 neue Infektionen mit dem Corona-Virus bekannt. Drei Männer im Alter von 65, 84 und 88 Jahren starben. 116 Patienten werden in Krankenhäusern behandelt, davon 24 auf der Intensivstation.