Snow-Day in der Lausitz
Der Feind lauert nicht im Osten. Er sucht uns auch nicht mit einer Armada fliegender Untertassen heim. Der Feind lässt es leise rieseln. Seine Munition: Millionen Eiskristalle. Auf ihn ist Verlass. Jedes Jahr! Ein paar Zentimeter Schnee – und wieder bricht das Chaos aus. Auch heute! Wir berichten von Snow-Day.
Ob Autobahnen oder Bundesstraßen, es ging am Morgen und auch am Vormittag – wenn überhaupt – nur im Schleichgang voran. Viele Pendler kamen zu spät zur Arbeit. Manch einer verschanzte sich daheim, an der Homeoffice-Front. Polizei und Abschleppdienste hatten gut zu tun. Über 50 Unfallmeldungen gingen bis 10.30 Uhr aus den Landkreisen Bautzen und Görlitz ein.
In Freienhufen im Landkreis Oberspreewald-Lausitz stürzte am Morgen ein Motorradfahrer. Er erlitt schwere Verletzungen. Rettungskräfte brachten den 56-Jährigen ins Krankenhaus. Zwei Verletzte gab es auf der A 4. Zwischen Görlitz und Kodersdorf hatte der Fahrer eines Kleintransporters einen Lkw überholt. Dabei kam er ins Schleudern. Bis 8 Uhr war die Richtungsfahrbahn dicht.
Liegengebliebene und querstehende Lkw, Autos in Graben gerutscht – dieses Bild auf vielen Straßen. Warten auf den Bus in Bautzen. Vergeblich. Regio Bus Oberlausitz stellte um 8 Uhr den Verkehr für eine Stunde ein.
Auch auf der Schiene lief es am Morgen auch nicht rund. In Löbau war für Reisende eines Trilex-Zuges die Fahrt beendet. Der Triebfahrzeugführer hatte keinen Durchblick mehr – der Scheibenwischer streikte. Die Fahrgäste quetschten sich in einen nachfolgenden Zug. In Bautzen wurde es noch kuscheliger. Aber immerhin: Es ging weiter – mit Verspätung.