Bombenfund in Cottbus: Blindgänger entschärft
Aufatmen in Cottbus. Von der bei Bauarbeiten am Hauptbahnhof entdeckten Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg geht keine Gefahr mehr aus. Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes haben den russischen Blindgänger am Mittag erfolgreich entschärft, teilte die Stadtverwaltung mit. Der Zünder des 100 Kilo schweren Geschosses konnte ausgebaut werden und wurde anschließend vor Ort kontrolliert gesprengt. Die Bombe wurde abtransportiert. Alle Anwohner können nun in ihre Häuser zurückkehren. Der Sperrkreis wurde aufgehoben.
Knapp 3.800 Menschen mussten am Morgen in einem Umkreis von 1.000 Metern um den Fundort ihre Häuser im verlassen. Wer nicht auf Arbeit, bei Freunden oder Bekannten unterkommen konnte, für den stand eine Notunterkunft im „Glad-House“ in der Straße der Jugend bereit. Etwa 50 Menschen wurden laut Ordnungsamt vorübergehend untergebracht.
Um 12 Uhr wurde der Zugverkehr komplett eingestellt. Bahnhofsgebäude und der Bereich Bahnhof/Spreewaldbahnhof mussten geschlossen werden. Auch im Bus- und Straßenbahnverkehr gab es erhebliche Einschränkungen. Linien wurden verkürzt, umgeleitet oder wurden gestrichen. Zudem wurde der Luftraum über der Stadt gesperrt. Der Unterricht in der Fröbel-Grundschule fiel heute komplett aus.
Der Sprengkörper mit russischem Zünder wurde bei Bauarbeiten nahe des Wasserturms entdeckt. Etwa 150 Einsatzkräfte waren bei der Bombenentschärfung im Einsatz, darunter Feuerwehr, Ordnungsamt, Polizei und Katastrophenschutz.
Cottbus war vor 78 Jahren Ziel eines alliierten Bombenangriffs. Über 1.000 Menschen kamen ums Leben. Große Teile der Südstadt versanken in Schutt und Asche.
Die Bombenentschärfung in Cottbus im Überblick:
UPDATE 13:00 UHR
Der Zünder des russischen Blindgängers wurde erfolgreich ausgebaut. Dieser soll nun vor Ort kontrolliert gesprengt werden. Die Fliegerbombe wird vom Kampfmittelbeseitigungsdienst abtransportiert.
UPDATE 12:15 UHR
Die Evakuierung ist abgeschlossen. Nun wird mit der Entschärfung des Blindgängers begonnen. Der Zugverkehr wurde eingestellt, der Luftraum über der Stadt gesperrt. Die Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes mussten vor Beginn der Arbeiten zunächst etwas gefrorene Erde über dem Sprengkörper auftauen. Sprengmeister Mario Büchner leitet die Entschärfung vor Ort.
UPDATE 12:00 UHR
Das Bahnhofsgebäude und der Bereich Bunter Bahnhof/Spreewaldbahnhof wurden geschlossen. Die Verbindungen des RB46 von Cottbus nach Forst werden durch Busse ersetzt, die am Busbahnhof in Cottbus starten. Der RB65 Richtung Görlitz wird teilweise durch Busse ersetzt. Von Cottbus bis Neuhausen/Spree fahren Busse, von dort fährt ein Odeg-Zug. Auch der Zugverkehr auf der Linie RE1 aus Frankfurt (Oder) ist unterbrochen. Der RE18 aus Dresden, RE13 aus Elsterwerda und der RB49 enden in der Stadt Drebkau (Spree-Neiße).
UPDATE 11:00 UHR
Laut Stadtverwaltung sei die Evakuierung inzwischen zu mehr als 50 Prozent abgeschlossen. Etwa 15 Personen benötigen noch Hilfe beim Transport in die Notunterkunft oder das Carl-Thiem-Klinikum.
UPDATE 09:00 UHR
Die Einsatzkräfte haben mit der Evakuierung des Sperrkreises begonnen. Derzeit würden dafür die Teams eingeteilt, teilte die Stadt am Morgen über Twitter mit. „Alles läuft nach Plan.“