Cottbuser Ostsee wird größte Badewanne der Lausitz
Heute vor fünf Jahren hieß es „Wasser marsch!“ am Cottbuser Ostsee. Der Boden ist nun vollständig mit Wasser bedeckt. Es gibt somit eine geschlossene Wasserdecke. „Wir sind jetzt wieder auf Normalkurs“, so der Leiter der Geotechnik bei der Leag, Thomas Koch. In einem Jahr soll das Flutungsziel erreicht sein. Der endgültige Wasserstand beträgt dann 62,5 Meter über Normal. Voraussetzung seien ein feuchter Herbst und ein feuchtes Frühjahr, so Koch. Wenn alles wie geplant läuft, könnte der See 2030 für die touristische Nutzung freigegeben werden. Er hat dann auch die Funktion eines Wasserspeichers.
Uferabbrüche hatten in den vergangenen Jahren bei der Entwicklung des Sees für Rückschläge gesorgt. Abgerutschte Uferbereiche müssen wiederhergestellt werden, um die Sicherheit für Besucher zu gewährleisten und die Nutzung zu ermöglichen.
Mehr als 80 Prozent des erforderlichen Wassers für den Ostsee dürfen laut Landes-Genehmigung aus der Spree entnommen werden. Weniger als 20 Prozent resultieren aus dem Grundwasser. Der Ostsee wird gut zweieinhalbmal so groß wie der Große Müggelsee.
Er ist dann mit 1.900 Hektar das größte künstliche Gewässer in Deutschland. Der Bärwalder See im sächsischen Teil der Lausitz hat eine Wasserfläche von 1.299 Hektar, was ihn zum größten See Sachsens macht.
Das Gewässer soll touristisch erschlossen werden, aber auch eine Rolle bei der Energiewende spielen. Die Cottbuser Stadtwerke wollen bei der Erzeugung von Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien künftig mindestens 40 Prozent der Fernwärme durch eine Großwärmepumpe im Cottbuser Ostsee bereitstellen.
Zudem baut die Leag auf dem See eine riesige schwimmende Solaranlage. Mit einer Fläche von 16 Hektar - das sind rund 22 Fußballfelder - soll sie nach Angaben des Betreibers und des Projektentwicklers EP New Energies (EPNE) die größte schwimmende PV-Anlage in Deutschland und eine der größten in Europa werden. Sie soll einmal rund 29.000 Megawattstunden Strom pro Jahr erzeugen, damit könnten 8250 Haushalte versorgt werden.
Der rund sieben Kilometer vom Cottbuser Stadtzentrum entstehende Ostsee soll durch eine Seeachse verbunden werden. Das wird zunächst ein Radweg. Den Anschluss soll eine Seevorstadt herstellen, ein eigenes Stadtviertel für Wohnen, Gewerbe, mit Energiecampus und einem Bildungs- und Behördenzentrum. Dafür haben die Planungen begonnen. (dpa/ kmk)