Cunewalde gibt Rechts-Rapper keine Chance
Kein Platz für einen rechtsextremen Rapper: Gegen die Ansiedlung des vom bayerischen Verfassungsschutz beobachteten Chris Ares in Cunewalde hat sich der Gemeinderat mit Enthaltungen der AfD auf seiner jüngsten Sitzung ausgesprochen. Wie Bürgermeister Thomas Martolock (CDU) am Donnerstag mitteilte, hat das Gremium ihn beauftragt, gegen dessen Pläne in der Gemeinde zwischen Löbau und Bautzen vorzugehen. In der Erklärung heißt es, der Gemeinderat wehre sich bereits im Ansatz gegen Projekte mit menschenverachtendem, rassistischem und diskriminierendem Gedankengut und Extremismus, egal welcher Couleur.
Martolock sei nun aufgefordert in enger Zusammenarbeit mit den Behörden dafür zu sorgen, dass „keinerlei diesbezügliche Projekte begründet werden“. Bei einem Telefonat des Bürgermeisters mit Christoph Aljoscha Zloch, wie Ares mit bürgerlichem Namen heißt, habe jener verneint, ein „patriotisches Dorf“ in Cunewalde zu verwirklichen, aber Pläne für ein Tattoo-Studio und den Verkauf von Szenekleidung eingeräumt. Einen rechten Szenetreff hatte der Rapper auch bereits in Bautzen und Bischofswerda geplant, worauf sich allerdings heftiger Widerstand regte.
In Cunewalde wurde bisher noch keine Genehmigung für das Gewerbe erteilt. „Die Gewerbeanmeldung befindet sich im Verwaltungsverfahren und ist nicht Angelegenheit des Gemeinderats“, heißt es aus der Verwaltung. Wie das Landratsamt Bautzen mitteilt, liegt seitens der Gemeinde im Zusammenhang mit einer Gewerbeanmeldung in Cunewalde eine Anfrage vor, welchen Hygiene-Anforderungen der Betrieb eines Tattoo-Studios in der Corona-Pandemie genügen müsse. Dies werde derzeit durch das Gesundheitsamt geprüft. Nach Angaben des sächsischen Verfassungsschutzes weiß die Behörde vom Auftreten des Rappers im Landkreis Bautzen. Man stehe in intensivem Austausch mit den Kommunen, hieß es. Bei Ares handele es sich um einen Rechtsextremisten.
Ares ist seit Jahren Vorzeigekünstler des rechten deutschsprachigen Hip-Hops. Auch vom bayerischen Verfassungsschutz wird der gebürtige Allgäuer seit 2016 als „Rechtsextremist“ eingestuft.