Damit wollen Görlitzer vorn in der Weltliga mitmischen
Mit diesem Gerät will der Görlitzer Analysetechnikhersteller Sysmex-Partec in der mikrobiologischen Qualitätskontrolle weitere Geschäftspartner in Europa gewinnen. Dabei geht es um ein Testverfahren für Lebensmittel- und Getränkehersteller.
Geschäftsführer Michael Esther erläutert uns den Unterschied zur herkömmlichen Methode: „Beim klassischen Verfahren wird eine Petrischale mit den Kulturen in einen Brutschrank gestellt. Es dauert dann fünf bis sieben Tage, bis die Kolonien ausgezählt werden können. Bei Anwendung der Durchflusszytometrie liegt das Ergebnis schon nach einer halben Stunde vor.“
Sysmex-Partec verkauft bereits 200 Geräte im Jahr. Zu den Kunden gehören namhafte deutsche Kosmetikhersteller und der größte Getränkeproduzent in Ägypten. Dieser Geschäftsbereich des Görlitzer Unternehmens ist laut Esther mit 25 Prozent am Umsatz beteiligt. Künftig sollen es 50 Prozent und mehr sein. „Wir wollen mit der Schnelltestmethode zu den weltbesten Playern auf diesem Markt gehören.“ Die Technologie wurde 1968 von der deutschen Partec entwickelt.
Gespannt schaut der Diagnose- und Analysetechnikhersteller in die USA. Die Firma liefert mobile Diagnosegeräte zur HIV-Erkennung nach Afrika. Dort werden die Kosten für die Therapiekontrolle von maßgeblich mit US-Geldern finanzierten Hilfsorganisationen übernommen. Die Trump-Regierung will die Hilfen zurückfahren. Noch seien aber keine Auswirkungen zu spüren, so Esther. Stark vertreten ist die Sysmex-Partec mit HIV-Diagnose-Geräten im asiatisch-pazifischen Raum. Hauptkunde dort sei Indien.
Das Unternehmen beschäftigt an seinen drei Standorten (Görlitz, Münster, Leipzig) über 200 Mitarbeiter, davon inzwischen 160 in Görlitz. Vor 25 Jahren ließ sich die Partec in Görlitz nieder. Vor zwölf Jahren fusionierte sie mit der japanischen Sysmex.
Im vergangenen Geschäftsjahr wuchs der Umsatz der Sysmex-Partec um zwei Millionen Euro. „Wir haben unser Ziel nicht ganz erreicht, arbeiten aber recht profitabel“, so Esther. Genauer ging er nicht darauf ein.
Durchflusszytometrie ist ein Laborverfahren, das die Analyse einzelner Zellen oder Partikel in einem Flüssigkeitsstrom ermöglicht, indem sie durch ein oder mehrere Laser gestrahlt werden. Dabei werden physikalische und molekulare Eigenschaften der Zellen gemessen, wie z.B. Größe, Form, Fluoreszenz oder Expression bestimmter Proteine.